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04.04.2006

13:01 Uhr

Der Sawiris-Clan

Die neuen Pharaonen

VonAndrea Nüsse

Sie sind die reichste Familie Ägyptens. Vater Onzi Sawiris und seine drei Söhne reüssieren in Telekommunikation, Zement und Tourismus. Nun greift ihr Wirtschaftsimperium nach Europa.

KAIRO. „Orascom Chairman“ steht auf dem silberfarbenen Schild, das in der Mitte des Schreibtischs prangt. Als ob das nicht alle wüssten, hier, im 25. Stock des modernen Nile City Towers in Kairo. Hinter dem Schild thront der 75-jährige Patriarch Onzi Sawiris, elegant im braunen Anzug und mit markanten Gesichtszügen, der Rauch einer Cohiba-Zigarre steigt aus dem Aschenbecher.

Und wenn er zum Familienfoto ruft, haben seine Söhne aufzutauchen. Schleunigst. So wie der älteste, Naguib, in Jeans und dunkelblauem Blazer. Besonders eng scheinen sie sich zu stehen, im Vorzimmer hängt ein Doppelporträt der beiden. Naguib schaut dem Vater über die Schulter auf den Computerbildschirm, der die Börsenkurse zeigt: Orascom Telecom ist das führende Unternehmen an der ägyptischen Börse.

Der Letztgeborene Nassif, formell im dunklen Anzug mit Krawatte, wirkt angespannt, schimpft vor sich hin und will sich nicht setzen, weil er für solche Spielereien mit der Presse keine Zeit hat. Endlich kommt Bruder Samih, an Krücken humpelt der Mann mit den längeren, grau gelockten Haaren und den Lachfalten um die Augen zu einem der Stühle vor dem Schreibtisch des Vaters.

Jetzt ist die wohl reichste Familie Ägyptens versammelt: die Sawiris, deren Unternehmensgruppe Orascom 40 Prozent des Kapitals der ägyptischen Börse ausmacht. Das Magazin „Forbes“ setzte sie im vergangenen Jahr auf Platz 92 der Liste der reichsten Menschen weltweit. Geschätztes Vermögen: 5,7 Milliarden Dollar.

In den Medien wird die koptische Familie bereits als „Agnelli Ägyptens“ oder die „neuen Pharaonen“ bezeichnet. Im Westen machten die Sawiris von sich reden, als der 52-jährige Naguib, Chef der Orascom Telecom Holding (OTH), im Sommer 2005 den italienischen Mobilfunkanbieter Wind für 13 Milliarden Euro kaufte.

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