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11.02.2015

14:38 Uhr

„Der Spiegel“

Wechsel in der Geschäftsführung perfekt

Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ hat sich in der Redaktionsspitze neu aufgestellt. Auch in der kaufmännischen Führung des Verlags gibt es nun Veränderungen. Thomas Hass ist neuer Leiter des Vertriebsmarketings.

Im Verlag hatte es einen internen Konflikt um die Neuausrichtung des Heftes und des Online-Angebots gegeben. dpa

Wechsel beim „Spiegel“

Im Verlag hatte es einen internen Konflikt um die Neuausrichtung des Heftes und des Online-Angebots gegeben.

HamburgDer Wechsel in der Geschäftsführung des Spiegel-Verlags ist perfekt. Nachfolger von Ove Saffe (53) wird mit sofortiger Wirkung der Leiter des Vertriebsmarketings, Thomas Hass (49). Das haben die Gesellschafter des Hamburger Verlags – die Mitarbeiter KG, der Verlag Gruner + Jahr und die Familie Augstein – nach einer Mitteilung vom Mittwoch beschlossen. Hass ist seit 1992 im Verlag tätig.

Der bisherige Geschäftsführer Saffe hatte zum Ausscheiden des früheren Chefredakteurs des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“, Wolfgang Büchner (48), Ende vergangenen Jahres angekündigt, sein Amt ebenfalls niederlegen zu wollen. Redaktionell ist für das Magazin seit Mitte Januar Klaus Brinkbäumer verantwortlich. Im Verlag hatte es einen internen Konflikt um die Neuausrichtung des Heftes und des Online-Angebots gegeben. „Spiegel Online“ wird seit Mitte Januar von Florian Harms geführt.

Die Gesellschafter zeigten sich überzeugt, dass Hass den Verlag erfolgreich weiterentwickeln erde. „Er kennt den Spiegel und seine Kultur“, teilten die Anteilseigner mit. Der Umsatz der Verlagsgruppe betrug 2013 knapp 300 Millionen Euro.

Auflagen deutscher Nachrichtenmagazine

Hintergrund

In Deutschland dominieren drei Nachrichtenmagazine: „Spiegel“, „Focus“ und „Stern“. Alle drei leiden unter der Medienkrise und haben in den vergangenen Jahren deutlich an Auflage verloren.

Focus

Das kleinste der drei Nachrichtenmagazine ist der „Focus“. Das Münchner Nachrichtenmagazin aus dem Hause Burda kommt auf eine Auflage von 513.707 verkauften Exemplaren. Im Vorjahreszeitraum 2013 waren es noch 530.931 Exemplare gewesen.

Stern

Auch das Magazin aus dem Hause Gruner + Jahr ist ein sinkender Stern: Das Wochenblatt hat inzwischen nur noch eine Auflage von 775.573 verkauften Exemplaren. Das ist ein deutlicher Verlust zum dritten Quartal 2013. Damals lag die Auflage des „Stern“ noch 812.429.

Spiegel

Das größte Nachrichtenmagazin ist nach wie vor der „Spiegel“. Doch von der einstigen Millionenmarke hat sich das Heft deutlich entfernt. Die Tendenz: weiter sinkend. Kam das orangene Blatt im dritten Quartal 2013 noch auf eine Auflage von 896.298 verkauften Exemplaren, waren es im selben Zeitraum 2014 nur noch 878.260.

Quelle

IVW (Stand: 3. Quartal 2014)

Am Verlag sind schon länger beim gedruckten „Spiegel“ beschäftigte Angestellten über die Mitarbeiter KG (50,5 Prozent) beteiligt. Die weiteren Anteile halten der Hamburger Verlag Gruner + Jahr (25,5 Prozent) sowie die Erben des „Spiegel“-Gründers Rudolf Augstein. Hass war seit 2007 Mitglied der Geschäftsführung der Mitarbeiter KG und seit 2013 ihr Vorsitzender. Dieses Mandat habe er niedergelegt, teilten die Gesellschafter mit.

Vorgänger Saffe leitete den Verlag seit 2008. Er habe das Unternehmen wirtschaftlich sehr erfolgreich geführt und wichtige Weichenstellungen vorgenommen, teilten die Gesellschafter mit. In Saffes Amtszeit zogen rund 1100 Mitarbeiter aus verschiedenen Hamburger Standorten 2011 in ein neues Verlagsgebäude um.

Von

dpa

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