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29.12.2014

08:28 Uhr

Der Werber-Rat

2015: Mobile first

VonMarianne Heiß

Die Konsumenten werden 2015 eine zunehmend individuelle Ansprache verlangen, an jedem Ort, zu jeder Zeit. Die Inhalte konsumieren sie dabei vor allem auf ihren mobilen Geräten.

Smartphones gehörten zu den beliebtesten Geschenken unterm Weihnachtsbaum. ap

Smartphones gehörten zu den beliebtesten Geschenken unterm Weihnachtsbaum.

Das Fest ist vorbei, der Weihnachtsbraten verspeist, die Christmette gesungen. Die Geschenke sind längt ausgepackt, der Weihnachtsbaum beginnt zu nadeln. War es das mal wieder? Nicht für Marketingexperten und Trendforscher. Für sie dürfte es zwar durchaus interessant sein, welche Präsente nach der Bescherung umgetauscht werden, also eher nicht gut angekommen sind.

Viel aufschlussreicher ist aber, welche Geschenke besonders häufig unter dem Christbaum gelegen haben. Wieder ganz oben auf der Favoritenliste, vor allem auch beim Nachwuchs: Smartphones, Tablets und digitale Lesegeräte wie der Kindle. Damit ist einmal mehr klar: Die mobile Kommunikation bestimmt immer umfassender unseren Alltag, unsere Freizeit. Und damit auch die Spielregeln der Werbebranche.

Antreiber des technologischen Wandels, der schon längst Züge einer Revolution trägt, sind zumeist Unternehmen aus den USA. Einige Wegmarken von 2014, die das neue Jahr nachhaltig prägen werden: Yahoo kauft die Video-Werbeplattform Brightroll, Google sucht einen Produzenten für selbstfahrende Autos, Apple präsentiert seine Smartwatch, Twitter entwickelt sich zum Verleger, Netflix kommt nach Deutschland.

Marianne Heiß ist Finanzchefin der Agentur BBDO Germany.

Marianne Heiß ist Finanzchefin der Agentur BBDO Germany.

Alle eint: „Mobile first“. Die Produktwelt globalisiert sich zunehmend - und gleichzeitig verlangen die Konsumenten eine zunehmend individuelle Ansprache, an jedem Ort, zu jeder Zeit. Die Werbetreibenden müssen ihre Botschaften lokal und global zugleich verbreiten.

Und das auf immer mehr Abspielkanälen. „Video ist Display 2.0. Es ist das, was Werbekunden lieben“, sagt Yahoo-Chefin Marissa Mayer zu Recht. Diese Bildschirme zu bespielen, das ist die Aufgabe der Werbe- und Kommunikationsagenturen im neuen Jahr. Es gilt, besondere Erlebnisketten zu schaffen, mit Kontext, Content und Kreativität. Eine weitere Herausforderung: Unsere Branche wird noch mehr Marken- und Produktkommunikation produzieren - und das schneller, individueller und günstiger. Was den Konzentrationsprozess bei den Agenturen verstärken dürfte.

Aber auch 2015 gilt: Wer die Menschen erreichen will, muss emotional kommunizieren. Oder können Sie sich vorstellen, dereinst am digitalen Christbaum zu sitzen?

Die Autorin:
Marianne Heiß ist Finanzchefin der Agentur BBDO Germany. Sie ist eine von sechs Kolumnisten, die an dieser Stelle im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

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