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19.04.2016

17:26 Uhr

Der Werber-Rat

Alles eine Frage der Einstellung

VonArmin Jochum

Weltweit suchen Unternehmen die außergewöhnlichsten Wunderkinder, die einen Job mit Sinn wollen. Auch Google nimmt nicht jeden. Der Internet-Gigant stellt Leute ein, die über ausgeprägte kognitive Fähigkeiten verfügen.

Wer beim Internet-Giganten arbeiten will, muss einen harten Einstellungstest bestehen. dpa

Google

Wer beim Internet-Giganten arbeiten will, muss einen harten Einstellungstest bestehen.

„Instagram statt Studium!“ las ich unlängst staunend von einer jungen Sportskanone mit sehr vielen Fans in sozialen Netzwerken und ersten Werbeverträgen. Wollen heute alle nur noch „Instagramer“ oder „Youtuber“ werden?

Weltweit suchen Unternehmen die außergewöhnlichsten Wunderkinder. Allerdings: eine Generation, die nicht einfach nur einen Job sucht. Sondern auch einen Job mit Sinn.

Armin Jochum ist Vorstand Kreation und Co-Gründer der Agentur Thjnk.

Armin Jochum ist Vorstand Kreation und Co-Gründer der Agentur Thjnk.

Sehr begehrt: Google. „Wir suchen Ideen, die das Leben von Millionen Menschen besser machen“, wirbt der Datenkonzern. Da wollen alle hin. Unbedingt. Der Haken? Die nehmen nicht jeden. Egal, ob Yale, Harvard oder Max-Planck-Gymnasium: Alle müssen durch den härtesten Einstellungstest aller Zeiten. Ein mit normalen Oberstübchen-Rüstzeug und Mathe-Leistungskurs nicht bezwingbarer Berg der Demut.

Wie viele Murmeln wohl ins Empire State Building passen? Und Zahlenreihen, die keinerlei Logik erkennen lassen, es ist zum Verrücktwerden. Erst bei der Übersetzung der Zahlen ins Englische – und nach Abzählen der Buchstaben, wird klar: aha! Jede Ziffernkombination hat ausgeschrieben immer eine Silbe mehr.

Warum macht Google das so? Weil der Konzern Leute sucht, die über ausgeprägte kognitive Fähigkeiten verfügen. Leute, die schnell die Initiative ergreifen, angetrieben von Unternehmergeist. Durch und durch. Unterlasser haben es da natürlich schwer. Auch Bewerber mit gradlinigen Lebensläufen und einem ausgeprägten Hang zur Hierarchie müssen sich fragen, ob sie wirklich zu Google wollen.

Diese Maßnahme erzielt erstaunliche Resultate. Sie schärft einerseits das Markenprofil von Google. Und schafft gleichzeitig einen neuen Markt: Handbücher, die genau erklären, wie man diese Tests meistert. Die Instagramerin meisterte übrigens zunächst ihr Abitur. Mit einer glatten Eins. Sehr, sehr Old School.

Armin Jochum ist Vorstand Kreation und Co-Gründer der Agentur Thjnk. Der Autor ist einer von sechs Kolumnisten, die an dieser Stelle im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

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