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19.09.2012

08:21 Uhr

Der Werber-Rat

Am digitalen Pranger

VonFrank Dopheide

Während Bettina Wulff gegen Google um ihr Ansehen kämpft, dürfte es manchen Manager grausen. Auch die Wirtschaftsprominenz hängt vom Segen der Netzgemeinde ab. Und wer einmal überführt wurde, der ist auf ewig verurteilt.

Das Bild zeigt das Ergebnis einer Google-Suche nach „Bettina Wulff“ am 8. September 2012. dapd

Das Bild zeigt das Ergebnis einer Google-Suche nach „Bettina Wulff“ am 8. September 2012.

Bettina Wulff kämpft den Kampf ihres Lebens und zieht in die Entscheidungsschlacht. Diesen Showdown sollten Manager mit Interesse betrachten, denn es könnte auch ihr Kampf werden. Google ist die Suchmaschine der Welt - und ein potenzieller Karrierekiller mit rasender Geschwindigkeit. Das Gefährdungspotenzial steigt parallel zu dem Bekanntheitsgrad. Es kann jeden treffen, aber die Reichen und Mächtigen zuerst. Ein wirksamer Schutz existiert nicht.

Das Internet und seine Gemeinde sind zur Ordnungsmacht der kommunikativen Welt erwachsen. Es ist überall, hinterfragt alles und setzt ungeheure Kräfte frei, um Lug und Betrug aufzudecken. Ein scharfes Schwert, um eine fundamentale Verhaltensregel einzufordern: Der gesamte Planet sieht, was du machst, verhalte dich entsprechend. Verstöße werden mit öffentlichem Pranger oder mit medialer Hinrichtung bestraft. Diese Schonungslosigkeit sorgt für Schrecken - und für eine reinigende Wirkung. Fälle von Bewährung sind nicht bekannt. Das Urteil gilt bis in alle Ewigkeit.

Frank Dopheide ist Inhaber der Agentur Deutsche Markenarbeit.

Frank Dopheide ist Inhaber der Agentur Deutsche Markenarbeit.

Dabei muss der digitale Schuldspruch, wie im Fall Wulff, nicht zwangsläufig rechtmäßig sein. Eine Killerapplikation, die zunehmend auch Manager trifft.

So hat ein Blogger mit einigen Hundert Anhängern die Zündkraft, um ein Lebenswerk in die Luft zu sprengen. Seine Motivation, ob Bierlaune, Wette oder Wut, wird nicht hinterfragt. Ein Beitrag geschickt „verlinkt“ knüpft die „Tatbestände“ für alle Zeiten an ihren Namen. Mit dem Verbreitungsgrad steigt der vermutete Wahrheitsgehalt - ein selbsterhaltendes System. Als wirkungsvolle Angriffszeitpunkte gelten Entlassungen, Rücktritte und Vertragsauflösungen. Die Manager sind sich dieser Gefahr oft nicht bewusst.

Ihre Anwälte haben lange über Abfindungen und Ausstiegsklauseln verhandelt und sich eine Pressenotiz abgerungen. Noch bevor diese versandt ist, finden sich die Manager im Netz wieder. Artikel, die zwischen den Zeilen alles das sagen, was in der Pressemeldung herausgefiltert wurde. Alte Rechnungen werden beglichen und anonyme Insider-Informationen zeichnen ein ungutes Bild. Diese Inhalte brennen sich auf „ihrer“ Namensseite der Google-Suche fest. Sie werden zur unüberwindbaren Hürde für neue Jobangebote.

Wer stellt schon jemanden ein, der öffentlich als untauglich gebrandmarkt ist? Sie werden unvermittelbar, eine neue Form von „digitalem Berufsverbot“. Unrechtmäßig, aber wirksam. Seien Sie sich dieser Gefahr bewusst!

Der Autor:

Frank Dopheide ist Inhaber der Agentur Deutsche Markenarbeit. Er ist einer von fünf Kolumnisten, die im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

Kommentare (7)

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Numismatiker

19.09.2012, 11:41 Uhr

Was ist schlimm daran?
Da das von der Verfassung vorgesehene Korrektiv (Justiz, Polizei, etc.) mittlerweile sehr eng mit unseren korrupten Machteliten verwoben ist, bleibt gar nichts anderes übrig, als nach solchen Auswegen zu suchen.

Im übrigen gilt auch für die Mächtigen ein Satz, den unserer früherer Innenminister (der mit dem Rollstuhl) fast schon wie ein Mantra wiederholte:

"Wer nichts zu verbergen hat, der hat auch nichts zu befürchten"

Account gelöscht!

19.09.2012, 13:12 Uhr

Also wen Sie es sucht, hier ist es ... jetzt muß es nur noch der Suchmaschine optimiert bekannt gemacht werden
http://buvriek.baehring.at gemacht werden ...

http://central.banktunnel.eu/imbitchme.nt/

Account gelöscht!

19.09.2012, 13:20 Uhr

Da ahben wir aber Glück hier isses nochmal Raubbildschirmabfotografiert !

http://artemis.wulf.urlto.name
http://escort.wulf.urlto.name

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