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15.05.2013

17:28 Uhr

Der Werber-Rat

Auf der Suche nach dem CEO-Gen

VonFrank Dopheide

Von Dekkers bis Zetsche: Beim Handelsblatt-Zukunftskongress „Pathfinder“ trifft man sieben CEOs auf einen Schlag. Das hinterlässt Eindruck und die Frage: Was befähigt zum CEO?

Daimler-Chef Dieter Zetsche ist einer der bekanntesten deutschen CEOs. AFP

Daimler-Chef Dieter Zetsche ist einer der bekanntesten deutschen CEOs.

„Sieben auf einen Streich“ klingt nach tapferem Schneiderlein, beschreibt aber den Handelsblatt-Zukunftskongress „Pathfinder". Da trifft man auf einen Schlag sieben CEOs. Das hinterlässt Eindruck und die Frage: Was befähigt zum CEO? Auf den ersten Blick sind Marijn Dekkers, Tom Enders, Jürgen Fitschen, Heinrich Hiesinger, Markus Ries, Johannes Teyssen und Dieter Zetsche grundverschieden. Ist CEO eine Sequenz in unserem Erbgut? Hier ein Blick auf das, was die Elite unserer Wirtschaft verbindet.

Frank Dopheide ist Inhaber der Agentur Deutsche Markenarbeit.

Frank Dopheide ist Inhaber der Agentur Deutsche Markenarbeit.

Antriebskraft: Der CEO ist eine zentrale Energiequelle des Unternehmens. Er stemmt sich gegen das schwerste physikalische Gesetz der Welt: die Trägheit der Masse. Um große Tanker auf Kurs zu bringen, braucht der Mann auf der Brücke die Welle der Begeisterung. Dafür muss er galeerengleich rudern. Oder wie Daimler-Chef Zetsche sagt: „Weiterlaufen, auch wenn es wehtut".

Seelenruhe: „Die Zukunft ist nichts für Planungsfanatiker", sagt EADS-Chef Enders. Seit dem Auftreten des schwarzen Schwans sind die märchenhaften Managerzeiten vorbei. Das Unplanbare gehört in jeden Fünfjahresplan. Der Weg zum Erfolg liegt abseits der ausgetretenen Pfade.

Aufgeschlossenheit: Die Kraft des Amtes allein bewegt nichts mehr. Feste Denkmuster behindern die Entfaltung unserer Möglichkeiten. Offenheit wird zur Voraussetzung, um mit der hohen Komplexität umzugehen. Wächst die persönliche Bindung, können organisatorische Zwänge gelockert werden.

Fokussierung: Konzentration und Disziplin machen den Unterschied. Unterschriftenmappen mit Sisyphus-Syndrom, iPhonelose Besprechungen und zwölfstündige Kongresse gehören zum CEO-Standard. Mit dem wachen Geist und erlebter Präsenz steigt die Entscheidungskraft.

Unerschütterlichkeit: Der CEO ist einer Mission verpflichtet, die größer ist als seine Person. So steigt er täglich auf seine Rosinante, um wie Don Quichotte gegen die medialen Windmaschinen zu reiten. Fitschen, Co-Chef der Deutschen Bank, weiß: „Mit Vernunft alleine ist es nicht getan." CEO bedeutet auch Hingabe.

Unmissverständlichkeit: Ansagen verändern sich von Hierarchiestufe zu Hierarchiestufe — wie bei der Stillen Post. Oder wie Thyssen-Krupp-Chef Hiesinger es formuliert: „Wenn ich als Chef Wischiwaschi rede, kommt bei den Mitarbeitern nichts an". Klartext wird zur Corporate Language.

Das Fazit: Führungsstärke ist keine Frage des genetischen Codes, sondern des persönlichen Trainingswillens. Am besten, Sie fangen gleich damit an.

Der Autor:

Frank Dopheide ist Inhaber der Agentur Deutsche Markenarbeit. Er ist einer von fünf Kolumnisten, die im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

Kommentare (1)

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alvernia

17.05.2013, 10:04 Uhr

Darf ich mit einem Zitat von Goethe antworten ? Ohne Talent nützt auch das intensivste Training nichts. Zum Führen von Menschen gehört ein Minimum von Talent; dies ist -leider- bei einigen CEO offensichtlich nicht vorhanden...........

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