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29.06.2012

15:28 Uhr

Der Werber-Rat

Das Emotionale in Europa wird vernachlässigt

VonUli Mayer-Johanssen

Europa hat ein gigantisches Potenzial auf der Habenseite. Doch es stellt das Rationale in den Vordergrund. Ein Plädoyer für die Emotionalität aus Markensicht.

Uli Mayer-Johanssen ist Gründerin und Chefin der Markenagentur Meta-Design in Berlin.

Uli Mayer-Johanssen ist Gründerin und Chefin der Markenagentur Meta-Design in Berlin.

Die griechische Antike, die Säule unserer westlichen Kultur, ist kein Rettungsschirm. Jetzt zählt nur noch, was es kostet. Griechenland und Italien, deren Städte und Landschaften nicht nur Schliemann, Winkelmann und Goethe verzückten, versetzen die Finanz- und Wirtschaftswelt in Angst und Schrecken. Europa, ein Füllhorn an Kulturen, Sprachen und Geschichten, wankt. Weil wir die Orientierung verloren haben, weil nichts mehr zählt, wovon wir träumten, und weil es keine Vision für ein Europa gibt.

Klar, Europa ist kein Unternehmen, keine Marke, bei der Vorstände und Manager einfach entscheiden können, wohin die Reise geht. Aber die Grundlagen und Gesetzmäßigkeiten, die Voraussetzung dafür sind, dass Menschen Vertrauen in die Zukunft eines Unternehmens entwickeln, gelten auch für ein Land, eine Region oder eine Gemeinschaft von Staaten.

Vertrauen in die Zukunft Europas können die Politiker weder in den hilfesuchenden noch in den Geberländern erwecken. Leider vollzieht die Politik nach, was auch in der Wirtschaft geschieht: die Betonung des Rationalen unter Vernachlässigung des Emotionalen. Wie sollen Schlagworte wie ESM oder ESFS Vertrauen und Akzeptanz schaffen?

Erfolgreiche Kommunikation baut nicht nur auf Fakten, sondern nimmt den ganzen Menschen in den Blick, auch seine Gefühle und seine Lebenswelt. Müssen wir erst betonen, was doch untrennbar miteinander verwoben ist? Ist etwas aus dem Gleichgewicht geraten? Sachargumente allein ergeben kein Bild von der Zukunft, das trägt.

Begeisterung führt Menschen zu Höchstleistungen. Begeisterung schafft Bindung zwischen Führungskräften und Mitarbeitern, Unternehmen und Kunden, zwischen Menschen und Ländern und Gemeinschaften.

Beim Fußball jedenfalls klappt es mit der Emotion. Da zählen zwar letzten Endes auch Zahlen. Aber das Miteinander, die gemeinsame Anstrengung und die Begeisterung sind das Wesentliche. Auch wenn am Ende nicht alle Sieger sein können, das gemeinsame Ziel, das Ringen um den Sieg ist Ansporn zu Höchstleistungen.

Europa hat ein gigantisches Potenzial auf der Habenseite, allein unser rationaler Blick haftet eisern auf der Seite des Finanziellen. Wie dichtete Goethe so hellsichtig: „Nur wenn das Herz erschlossen, dann ist die Erde schön, du standest so verdrossen und wusstest nicht zu sehen.“ Wie eine starke Marke, die eine Vision in sich trägt, kann auch Europa die Menschen begeistern. Denn für ein erstrebenswertes Ziel lohnt auch ein mühevoller Weg.

Die Autorin:

Uli Mayer-Johanssen ist Gründerin und Chefin der Markenagentur Meta-Design in Berlin. Sie ist eine von fünf Kolumnisten, die im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

Kommentare (2)

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Ben-Wa

29.06.2012, 16:19 Uhr

Selten so ein blödsinniges Gesülze gelesen. Jetzt soll der Verstand endgültig ausgeschaltet werden. Für wie blöd halten Sie die Foristen hier eigentlich!

Account gelöscht!

29.06.2012, 17:51 Uhr

ne währung muss man unemotional sehn...

gefühle machen nicht satt

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