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15.12.2015

20:03 Uhr

Der Werber-Rat

Das George-Lucas-Evangelium

VonArmin Jochum

Es lohnt sich, Marken langfristig zu pflegen und zu überlegen, wie man die Geschichte immer weiter kultivieren kann. Dabei sollte man auch geheimnisvoll sein. Star Wars und andere Marken verfolgen diese Strategie.

Der Schöpfer von Star Wars hat alles richtig gemacht: Er verstand es, den Produktionsprozess selbst zum Teil der Legendenbildung zu machen. dpa

George Lucas

Der Schöpfer von Star Wars hat alles richtig gemacht: Er verstand es, den Produktionsprozess selbst zum Teil der Legendenbildung zu machen.

„Mit mir ins Kino gehen Du musst.“ Der Zettel von Sohnemann Maxi liegt unübersehbar auf meinem Schreibtisch. Ah, stimmt, diese Woche ist es endlich so weit.

Eine Geschichte findet dieser Tage den Weg in die Kinos, erwartet von einer weltweiten Fangemeinde. „Das Erwachen der Macht“ ist seit einem Jahr auf dem Radarschirm aller Fans, zu Hause in Kinderzimmern bei Legobastlern ebenso wie bei männlichen und weiblichen Familienoberhäuptern.

Armin Jochum ist Vorstand Kreation und Co-Gründer der Agentur Thjnk.

Armin Jochum ist Vorstand Kreation und Co-Gründer der Agentur Thjnk.

George Lucas hatte 1973 jenen Einfall, der Kino- und Marken-Geschichte schrieb. Star Wars. Es gibt nicht wenige, die in der Saga sogar eine Religion erkennen wollen. Basierend auf der sehr archaischen Idee „Gut gegen Böse“ spann Lucas ein viriles Universum aus unverwechselbaren Charakteren und einer schicksalhaften Vater-Sohn-Beziehung. Es ist nicht eine jener Science-Fiction-Geschichten, die in hochmodernen, antiseptischen Welten spielen. Hier treffen Lehmbauten auf futuristische Fahrzeuge. Und Leinengewänder auf Laserschwerter.

Und nicht nur die Story steckt voller Geheimnisse und Mythen - Lucas verstand es auch, den Produktionsprozess selbst zum Teil der Legendenbildung zu machen. Als der Schöpfer der Serie seine Marke „Star Wars“ dann mit allem Zick und Zack an Disney verkaufte, startete nicht nur die Merchandising-Maschine in eine völlig neue Umlaufbahn.

Was kann man sich davon abgucken? Es lohnt sich, Marken langfristig zu pflegen und zu überlegen, wie man die Geschichte immer weiter kultivieren kann. Dann fühlt sich eine Fortsetzung nicht zwingend nach Wiederholung an. Und, bei aller heute kommunikativ gepriesenen Transparenz: Es ist manchmal ganz okay, nicht alles auf einmal zu verraten. Apple fuhr mit der Strategie jedenfalls bisher ganz gut. Möge der Erfolg mit Ihnen sein. Ich kümmere mich in der Zwischenzeit mal um die Kinokarten.

Der Autor: Armin Jochum ist Vorstand Kreation und Co-Gründer der Agentur Thjnk. Er ist einer von sechs Kolumnisten, die an dieser Stelle im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

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