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21.09.2015

17:39 Uhr

Der Werber-Rat

Dauerhaft digitale Spekulatius

VonFranziska von Lewinski

Spekulatius oder die Übergangsjacke – was im Supermarkt oder in der Textilbranche ein saisonales Phänomen ist, ist in der digitalen Welt ein Dauerzustand: die Übergangszeit. Im digitalen Business gibt es so etwas nicht.

Spekulatius und Dominosteine gibt es alle Jahre wieder bereits drei Monate vor Weihnachten zu kaufen. Die Übergangszeit existiert in der digitalen Welt nicht. Picture Alliance

Digitale Welt als dauerhafte Spekulatius

Spekulatius und Dominosteine gibt es alle Jahre wieder bereits drei Monate vor Weihnachten zu kaufen. Die Übergangszeit existiert in der digitalen Welt nicht.

Es gibt in der deutschen Sprache kaum einen so hinreißenden Begriff wie den der „Übergangsjacke“. Also das, was man im Frühjahr oder Herbst trägt, wenn sich das Wetter nicht entscheiden kann. Gerade befinden wir uns wieder in dieser Zeit – parallel zu vorweihnachtlichen Dominosteinen und Spekulatius im Discounter-Regal.

Was im Supermarkt oder in der Textilbranche ein immer wiederkehrendes saisonales Phänomen ist, stellt in der digitalen Welt einen Dauerzustand dar: nämlich die Übergangszeit. Wenn es um digitale Businessmodelle und technische Lösungen, Gadgets und Apps geht, gibt es für Entwickler und Start-ups keinen Endpunkt. Es gibt quasi kein Weihnachten, an dem spätestens die Übergangsjacke eingemottet und der letzte Dominostein vernascht wird.

Franziska von Lewinski ist Vorstand der Agentur Fischer-Appelt.

Franziska von Lewinski

Franziska von Lewinski ist Vorstand der Agentur Fischer-Appelt.

Besucher der Fachmesse dmexco in Köln konnten es sehr gut beobachten – und so wird es in Hamburg auf der next Ende dieser Woche ebenfalls sein: Im digitalen Business leben alle in einem dauernden Höher-schneller-Weiter. Sie praktizieren den permanenten Übergang, in dem das ganze Jahr über Vorweihnachtszeit ist, vor allem mit Blick auf die Kommunikation.

Erst gilt es, die Attraktivität eines neuen Geschäftsmodells bei Investoren zu pushen. Dann kommt die Launch-Phase. Und dann muss das Produkt optimal am Markt positioniert und langfristig gehalten werden – kein leichtes Unterfangen, wenn ständig neue Entwicklungen nachströmen. Mit der richtigen Strategie und den richtigen Geschichten zu Unternehmen und Produkt ist die Vorfreude immer so groß wie die beim Auspacken des ersten Smartphones vor vielen Jahren.

Das ist keine Last. Es ist ein Vorteil, den die Digitalen haben. Sie sollten ihn so nutzen, dass keiner sagt: Spekulatius im September? Wie früh soll das denn noch anfangen? Denn dann wäre im Dezember gar keine Vorfreude mehr übrig.

Die Autorin: Franziska von Lewinski ist Vorstand der Agentur Fischer-Appelt. Sie ist eine von sechs Kolumnisten, die an dieser Stelle im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

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