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13.08.2013

21:01 Uhr

Der Werber-Rat

Der Chef als digitaler Spätzünder

VonFrank Dopheide

Viele Führungskräfte sind der Meinung, Facebook und Twitter seien Kinderkram. Um die Zukunft nicht zu verpassen, sollten sich diese Digital Aliens besser Mentoren suchen: ihre Azubis.

Dieser CEO ist eine Ausnahme: Warren Buffett hat einen Twitter-Account. dpa

Dieser CEO ist eine Ausnahme: Warren Buffett hat einen Twitter-Account.

DüsseldorfAlexander der Große hörte auf Aristoteles, Luke Skywalker folgte Obi Wan Kenobi. Seit Menschengedenken ist der Mentor ein Erfolgsfaktor für Führungskräfte. Dabei profitierte der junge Anführer stets vom großen Erfahrungsschatz des weisen Lehrers. Ein Bildungssystem, das bis heute Bestand hat.

Was aber, wenn die Rezepte vergangener Zeiten nicht auf die Zukunft anwendbar sind? Wen fragt man dann? Wenn neue Technologien auf altes Denken treffen, werden die Risiken unkalkulierbar. Ein virulentes Thema in Deutschlands Chefetagen.

Frank Dopheide ist Inhaber der Agentur Deutsche Markenarbeit.

Frank Dopheide ist Inhaber der Agentur Deutsche Markenarbeit.

Das Internet hat die Welt auf den Kopf gestellt, das Chefbüro nicht. Die Unternehmensspitze lebt in einem anderen Universum. Unterschriftenmappe statt E-Mail-Verteiler. Die Lufthansa App landet nur im Vorzimmer. Auf höchster Ebene gelten Facebook, Twitter und Co. als Kinderkram.

Die zukunftsentscheidenden Personen sind "Digital Aliens". Sie verstehen weder Sprache noch Gesetze dieses fremden Kosmos. Doch wer die Lebenswelt seiner Kunden und Mitarbeiter nur aus Powerpoint-Präsentationen kennt, verliert das Gefühl für seine Kunden.

Digitale Blindheit ist eine Erkrankung, die alle Branchen befällt. Kaufhäuser, Handel und Medien sind akute Patienten dieser Wahrnehmungsstörung. Die nächsten Branchen haben schon im Wartezimmer Platz genommen. Vielleicht erinnern sich deren Protagonisten an zwei Gleichungen, die einst der amerikanische Friedensnobelpreisträger Al Gore aufstellte: Die eine heißt: „alte Gewohnheiten + alte Technologien = vorhersehbare Ergebnisse“. Die andere: „alte Gewohnheiten + neue Technologien = dramatisch andere Konsequenzen“.

Der moderne Manager weiß um die Gefahren und bucht deshalb eine Dienstreise ins Silicon Valley. Das ist zwar derzeit en vogue, wirkt aber wie ein Besuch im Zoo. Sehen ist interessant, Machen ist nachhaltig.

Der Entscheider muss den technologischen Sprung im Alltag begreifen und braucht einen Lehrer der jungen Art an seiner Seite. Ein junger Geist aus der Jetztzeit, der den CEO zukunftsweise macht und ihm zeigt, wie die Welt heute kommuniziert, sich informiert und entscheidet. Der Mentor der Zukunft ist Ihr Azubi. Fragen Sie ihn mal.

Der Autor:

Frank Dopheide ist Inhaber der Agentur Deutsche Markenarbeit. Er ist einer von fünf Kolumnisten, die im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

Kommentare (3)

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Dr.B.

14.08.2013, 00:12 Uhr

Sorry, aber wieso glaubt jeder -hier der geehrte Frank Dopheide- für diesen offensichtlichen digitalen Nonsens (facebook, twitter, etc..) Werbung machen zu müssen ??!! Wir erfahren von E. Snowden über den weltweiten Missbrauch dieser und anderer digitalen Plattformen sowie dessen einseitige Ausbeutung der digitalen Inhalte und trotzdem empfiehlt jeder ernannte Fortschrittliche diese Welt ??
Nö, facebook (und so) ist a dead duck, Ihr habt das bloß noch nicht gemerkt !!! Siehe dazu Süddeutsche: Nutzerstruktur 13-Jährige hält Facebook für Oma-Netzwerk !!
Als weltweit reisender Unternehmer läßt sich der Abstieg von facebook klar erkennen. Sogar in Silicon Valley sind erste Anzeichen sichtbar. Und hat der Autor selbst die sogenannten jungen Leute dazu befragt ?
Spätestens mit der amerikanischen Spähwut wird sich der digitale Marktplatz nachhaltig verändern, nur das greift keiner auf !! Lieber den alten Parolen hinterherrufen, statt für Alternativen Ideen Raum zu geben !! Oder vielleicht Vorschläge unterbreiten ??
Das erwartet der Leser von Kolumnisten !!

Vertut nicht die Chance zur Erneuerung des digitalen Universums,
Hochachtungsvoll Dr. B.

Account gelöscht!

14.08.2013, 02:42 Uhr

Von Silicon Valley kann man lernen das man Geld verdienen kann, auch wenn die Geschäftsidee größtenteils noch im Dunklen liegt, spricht die Zukunft unsicher ist. Der Rest der Kolumne ist ohne Aussage. Liest sich wie von jemandem, der Homepages programmieren kann, aber seine Arbeit nicht verkaufen kann. Gleichzeitig aber der Meinung ist, dass andere ohne seine Leistung nichts verticken können. dotcomBlase & second live hatten wir schon, nächstes Thema bitte. Es nervt einfach nur, wir haben 2013.

Frank62

14.08.2013, 07:04 Uhr

Facebook, Twitter und Co. sind gefährlich. Nicht nur wegen der möglichen Spionage sondern die Fähigkeit direkt und vernünftig zu kommunizieren gehen verloren. Menschen sind auf soziale Kontakte angewiesen, auf reelle Kontakte und nicht nur auf virtueller Ebene. Es gibt immer mehr verhaltensgestörte Menschen, es gibt immer Menschen mit psychischen Problemen. Jemanden in der virtuellen Welt zu mobben / fertigzumachen ist ja kein Problem. Ich erlebe, dass gerade junge Menschen vermehrt Probleme haben sich in das Arbeitsleben einzugewöhnen. Ich beobachte auch, dass die Fähigkeit mit den Kollegen zu sprechen, zu interagieren abgenommen hat. Wenn Firmenlenker sich mit der virtuellen Welt beschäftigen, dann doch nur um die Massen zu beeinflussen und zu manipulieren.

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