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09.01.2015

17:39 Uhr

Der Werber-Rat

Der CV-Verein

VonChristoph Metzelder

Die Transferliste in Bundesliga ist geöffnet. Und einige Fußballklubs wirken wie Magnete auf Spieler – etwa Real Madrid. Sie entfalten ein Versprechen nach außen und nach innen und geben allen Beteiligten so einen Sinn.

Der spanische Fußballverein Real Madrid hat eine besondere Magie auf Spieler. Picture Alliance

Der spanische Fußballverein Real Madrid hat eine besondere Magie auf Spieler.

Die Transferliste in der Fußball-Bundesliga ist geöffnet. In nächster Zeit werden Manager, Berater und Spieler schlaflose Nächte haben: Für Vereine geht es nach einer verpatzten Hinrunde um das Erreichen ihrer Ziele, für die Spieler um die eigene Karriereplanung. Viele Spieler müssen sich dabei aktiv mit ihrer Zukunft auseinandersetzen. Einige bringen mit einem Wechsel neue Impulse in die eigene Karriere. Andere verfolgen einen festen Karriereplan. Der Traum von einem bestimmten Verein, der bereits seit der Jugendzeit in einem wächst. Treiber sind neben Geld vor allem Prestige oder der Wunsch nach persönlicher Höchstleistung.

Einige Vereine haben diesen Magnetismus auf Spieler perfektioniert. Real Madrid zum Beispiel besitzt diese besondere Magie. Der gewisse Mix aus Tradition, der zum sportlichen Erfolg verpflichtet, und aus wirtschaftlich getriebenem Denken, das auch jeden Spieler zu einer echten Marke werden lässt, ist einzigartig. Rituale, die jeder Spieler durchläuft: Von der Ankunft am Flughafen über die Präsentation im Santiago Bernabeu bis zu einem Verhaltenskodex, den man fast wie eine Bibel überreicht bekommt. Der Verein zieht Spieler in seinen Bann. Wenn Real Madrid anfragt, sagt man nicht Nein.

Dieses Phänomen kennen wir aus der Wirtschaft. Jede Branche hat sie: So wie es „Curriculum Vitae-Klubs“ gibt, gibt es auch „CV-Unternehmen“. Google, Apple, McKinsey oder die Lufthansa gelten als Traumstationen für High Potentials. Die Chance, von den Besten der Branche zu lernen, sich mit ihnen zu messen und seinen persönlichen Marktwert zu erhöhen, besitzt eine unglaubliche Kraft.

Um ein CV-Verein oder ein CV-Unternehmen zu werden, braucht es eins: ein Versprechen an die Mitarbeiter. Viele Unternehmen fokussieren sich kommunikativ oft nur auf ihre Kunden und vernachlässigen ihre Mitarbeiter. Ein CV-Unternehmen schafft beides: Es entfaltet ein Versprechen nach außen und nach innen – und gibt allen Beteiligten damit einen Sinn. Sportlich habe ich mich bei den Königlichen nicht durchsetzen können. Die Erfahrungen, die ich dort gemacht habe, will ich aber niemals missen. Ein Arbeitgeber, der für immer prägt.

Der Autor: Christoph Metzelder ist Mitinhaber der Agentur Jung von Matt/Sports. Er ist einer von sechs Kolumnisten, die an dieser Stelle im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

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