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09.01.2013

07:36 Uhr

Der Werber-Rat

Der nette Herr Grube

VonFrank Dopheide

Wenn der Chef zum Markenartikel wird: Rüdiger Grube, seit 2009 an der Spitze der Deutschen Bahn, zeigt, wie man ein lädiertes Unternehmensimage nicht nur mit teurer Werbung aufpolieren kann.

Mit Rüdiger Grube als Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG legten die Sympathiewerte des Unternehmens zu. dapd

Mit Rüdiger Grube als Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG legten die Sympathiewerte des Unternehmens zu.

Der Chefsessel ist der Sitz zwischen allen Stühlen - Bahn-Chef zum Beispiel. Herr Ramsauer ist Ihr Vorgesetzter und Vater Staat alleiniger Anteilseigner. Als größter Stromverbraucher der Nation bezahlen Sie Angelas Energiewende mit etlichen Millionen Euro. Ihr neuer Bahnhof in Stuttgart wird außerplanmäßig eine gute Milliarde teurer.

Sie investieren 500 Millionen Euro in schnelle Züge, die schon bei Auslieferung Monate Verspätung haben. Im Minutentakt rollen Sie über sieben Millionen gehetzte Menschen durchs ganze Land. Ihre Störenfriede sind so zahlreich wie unkalkulierbar - Fußballfans, Bombenleger oder Kupferdiebe. Der tägliche Zorn entlädt sich mit Getöse auf Ihre rund 300 000 Mitarbeiter.

Frank Dopheide ist Inhaber der Agentur Deutsche Markenarbeit.

Frank Dopheide ist Inhaber der Agentur Deutsche Markenarbeit.

Es ist Chefsache, jene Mitarbeiter zu Höchstleistungen zu bewegen. Im Mai 2009 ist der Daimler-Manager Rüdiger Grube auf diesen Zug aufgesprungen. Er gibt dem Staatsunternehmen seither ein neues Gesicht. Es ist freundlicher, zuvorkommender und kommunikativer als das seines Vorgängers Hartmut Mehdorn. Dienstleistung statt Dampfhammer. Und das macht den Unterschied.

Der Vorstandsvorsitzende als Markenartikel seines Unternehmens. Mit steigender Komplexität wird Personalisierung zum wirkungsvollen Instrument der Vereinfachung. Was als Imagekampagne hundert Millionen Euro und zehn Jahre verschlingen würde, erledigt der Chef hier gleich mit. Serviceorientierung und Freundlichkeit werden zur persönlichen Mission. Grube ist immer im Dienst und serviert zwischen den Feiertagen den Fahrgästen schon mal Getränke.

Er nimmt Beschwerden persönlich, greift zum Telefon und hört beim Kunden nach. Unaussprechliches wie "Ich liebe meine Mitarbeiter" geht ihm locker über die Lippen. Und das fällt auf: Im November wurde er mit der "Goldenen Victoria für Integration" für beispielhaftes Handeln, Respekt und Verständnis ausgezeichnet. Neben dem Was wird das Wie zum Erfolgsfaktor.

Und das bleibt nicht ohne Wirkung. Die Sympathiewerte der Bahn haben um fünf Prozent zugelegt. Der Mann an der Unternehmensspitze wird zum personalisierten Markenversprechen. Das sieht auch der Aufsichtsrat so und verlängerte seinen Vertrag vorzeitig bis Ende 2017. Aus Markensicht eine gute Entscheidung.

Der Autor:

Frank Dopheide ist Inhaber der Agentur Deutsche Markenarbeit. Er ist einer von fünf Kolumnisten, die im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

Kommentare (4)

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bahnfahrer

09.01.2013, 08:08 Uhr

Der Artikel ist eine Schönwettermeldung. Hier soll doch nur Werbung für einen Chef gemacht werden, der mit den Steuermilliarden der Bürger unbesorgt umgehen kann. Die Dienstleistungen der DB-AG sind so miserabel, dass ein anderer Wirtschaftsbetrieb längst insolvent wäre.

thomasca

09.01.2013, 08:59 Uhr

Ist das bezahlte Werbung für die DB?
Bei dem deutschlandweiten Mist, den die DB veranstaltet, ist das sonst nicht zu verstehen...

thomasca

09.01.2013, 09:00 Uhr

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