Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

21.07.2014

20:20 Uhr

Der Werber-Rat

Die Gunst der Stunde

VonMarianne Heiß

Deutschlands Unternehmen sollten den Gewinn der Fußballweltmeisterschaft zu Werbezwecken nutzen. „Made in Germany“ hat derzeit eine besondere Strahlkraft. Bei Adidas reagierte sogar die Börse auf den deutschen WM-Sieg.

Die Ankunft der Weltmeister um Philipp Lahm hat der Lufthansa geholfen, um ihr zuletzt leicht angestoßenes Image als eine Qualitätsairline wieder aufzupolieren. AFP

Die Ankunft der Weltmeister um Philipp Lahm hat der Lufthansa geholfen, um ihr zuletzt leicht angestoßenes Image als eine Qualitätsairline wieder aufzupolieren.

Die Fußballweltmeisterschaft ist vorbei, für die deutsche Mannschaft war das Turnier in Brasilien auch wirtschaftlich betrachtet ein sehr lohnendes Investment. Bundestrainer Joachim Löw und seine Jungs haben vollkommen verdient den Pokal geholt und damit, ganz nebenbei, ihren Marktwert kräftig erhöht. Nicht nur als Spieler und für die Vereine, sondern auch als Testimonials, als Markenbotschafter. Weil Werbung mit Weltmeistern wirkt.

Gewonnen haben ebenfalls die Markenverantwortlichen von Unternehmen wie Mercedes, Adidas und Lufthansa. Fußballsport, große Emotionen und starke Marken passen gut zusammen - das hat überdeutlich die Weltmeisterfeier auf der Fanmeile in Berlin gezeigt. Vom „Siegerflieger Fanhansa“ über den schwarzen Mercedes-Truck, den vierten Weltmeister-Stern als Mercedes-Stern bis hin zu den Adidas-Trikots - bei der mehrstündigen Liveübertragung waren die Marken dauerpräsent.

Freude, Jubel, Partystimmung... das Storytelling, natürlich ausgelöst durch Schweinsteiger, Hummels, Götze und Co., wirkte perfekt.

Marianne Heiß ist Finanzchefin der Agentur BBDO Germany.

Marianne Heiß ist Finanzchefin der Agentur BBDO Germany.

Sogar die Piloten des Lufthansa-Siegerflieger-Jumbos wurden zu einem eigenen Thema, die Männer durften für die Fernsehkameras von ihrem „emotionalsten Flug“ erzählen. Kein Zweifel, das hilft der Lufthansa, um ihr zuletzt leicht angestoßenes Image als eine Qualitätsairline wieder aufzupolieren.

Bei Adidas reagierte sogar die Börse: Am Montag nach dem WM-Sieg stieg der Aktienkurs des Sportartikelkonzerns um nahezu drei Prozent, das Unternehmen war auf einen Schlag rund 400 Millionen Euro mehr wert. Das neue Nationalmannschaftstrikot mit den vier Sternen von Adidas ist schon ausverkauft, mehr als zwei Millionen Trikots und 14 Millionen WM-Bälle wurden abgesetzt.

Alles Rekordzahlen, Adidas hat sein Umsatzziel 2014 bereits im Juli erreicht. Wer fragt da schon nach Nike, deren Trikots die Brasilianer getragen haben?

Was bleibt vom Empfang der WM-Champions in Berlin, aus Sicht der Werbetreibenden? Wieder einmal die Erkenntnis, dass Werbung oft dann am stärksten wirkt, wenn sie nicht als solche wahrgenommen wird.

Und es bleibt der Eindruck, dass irgendwie fast alle Deutschen Weltmeister geworden sind. Diesen besonderen Moment sollten die Unternehmen nun auch für ihre globale Markenkommunikation nutzen - „Made in Germany“ hat derzeit eine besondere Strahlkraft.

Die Autorin ist Finanzchefin der Agentur BBDO Germany und eine von sechs Kolumnisten, die an dieser Stelle im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×