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25.11.2014

08:54 Uhr

Der Werber-Rat

Die Mediamacht aus dem Kinderzimmer

VonArmin Jochum

Youtuber sind Magnete für Marken und Menschen: Über Produktplatzierung und Werbung profitieren sie von der großen Reichweite der Online-Entertainer. Die Firma Mediakraft versammelt Youtuber unter einem Dach.

„The future of Entertainment is here“: Shay Carl, Gründer des amerikanischen Vorbilds von Mediakraft Maker Studios. Reuters

„The future of Entertainment is here“: Shay Carl, Gründer des amerikanischen Vorbilds von Mediakraft Maker Studios.

Wer in diesen Tagen meinem Agenturpartner Michael Trautmann begegnet, der muss tapfer sein. Denn Michael ist mit den letzten Vorbereitungen zum Launch seiner großen Herzensangelegenheit „dotHIV“ beschäftigt – und vor allem jetzt, wenige Tage vor dem Welt-Aids-Tag, ein nimmermüder Prediger in dieser honorigen Angelegenheit.

Gestern erzählte er mir überraschenderweise von einer Sache, die nichts mit Toplevel-Domains zu tun hatte. Es ging um ein Thema, das sich anschickt, unseren Berufsstand wieder um eine neue Facette zu bereichern.

Ich schwärmte an dieser Stelle ja schon öfter von „Youtubern“: junge oder junggebliebene Leute, die auf Youtube mit eigenen Formaten eine stetig wachsende Fangemeinde erreichen. Diese Leute sind Magnete für Marken und Menschen – hier wächst eine neue Generation von Stars heran, die ihr Imperium vom Kinder- und Jugendzimmer aus aufgebaut haben.

Spartacus Olsson hat nicht nur einen bemerkenswerten Namen, sondern auch eine ziemlich merkfähige Idee. Seine Firma Mediakraft versammelt erfolgreiche Youtuber unter einem Dach – und schafft damit eine erstaunliche Alternative zu klassischer Mediaplanung. Der Laden kommt gut voran – und ist nach eigenem Bekunden die größte Online-TV-Sendergruppe in Mitteleuropa.

Armin Jochum ist Vorstand Kreation und Co-Gründer der Agentur Thjnk.

Armin Jochum ist Vorstand Kreation und Co-Gründer der Agentur Thjnk.

In der Zielgruppe der 14- bis 34-Jährigen hat der Medienwandel längst stattgefunden. Für diese jungen Leute gibt es keinen sogenannten First oder Second Screen mehr – und von den klassischen Medien haben sie sich, aus welchen Gründen auch immer, weitestgehend abgewandt. Onlinevideos scheinen gerade für junge Zuschauer das führende Medium, das sie unabhängig von Zeit und Ort sehen können.

Wie so oft, gibt es ein ziemlich hell strahlendes Vorbild aus den USA: Maker Studios. Das Zitat auf deren Website lässt erahnen, mit wie viel Bodenhaftung die Kategorie-Pioniere unterwegs sind: „The future of Entertainment is here“. Wir dürfen weiter gespannt sein.

Führende Unternehmen sind in der Zwischenzeit, unabhängig von solchen Entwicklungen, trotzdem gut beraten, noch schnell ihre Firma für eine .hiv-Endung anzumelden. Der liebe Gott sieht alles, nicht nur Youtube.

Der Autor:

Armin Jochum ist Vorstand Kreation und Co-Gründer der Agentur Thjnk. Er ist einer von sechs Kolumnisten, die an dieser Stelle im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

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