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29.07.2015

21:04 Uhr

Der Werber-Rat

Die nehmen nicht jeden

VonArmin Jochum

Um die aufstrebenden Fachleute der Kreativwirtschaft reißen sich die Unternehmen. Doch wer die Experten der „Generation Y“ einstellen will, sollte sich das gut überlegen. Denn die rebellieren oft und machen gern Fehler.

Arbeitgeber sollten sich gut überlegen, einen der aufstrebenden Kreativ-Fachleute aus der „Generation Y“ einzustellen – das kann nämlich anstrengend werden. ap

Kreative mit anstrengenden Eigenschaften

Arbeitgeber sollten sich gut überlegen, einen der aufstrebenden Kreativ-Fachleute aus der „Generation Y“ einzustellen – das kann nämlich anstrengend werden.

Verzweiflung macht sich in den Schaltzentralen der Macht breit. „Wieso will der den Job nicht?“ Nie wurde mehr um High Potentials gekämpft als heute, nie wurde so sehr gestritten, wer denn nun zur Fraktion der außergewöhnlich guten – oder einfach nur außergewöhnlich anstrengenden Talente gehört. Die Kreativwirtschaft befindet sich im größten Umbruch ihres Bestehens.

Die Fachleute neuester Kommunikationsdisziplinen gehören nicht nur mehrheitlich der „Generation Y“ an – das Besondere im Umgang mit diesen Außergewöhnlichen ist vor allem ihre sprichwörtliche Außergewöhnlichkeit. Und damit tun sich viele Personalverantwortliche schwer.

Armin Jochum ist Vorstand Kreation und Co-Gründer der Agentur Thjnk.

Armin Jochum ist Vorstand Kreation und Co-Gründer der Agentur Thjnk.

Da ist auf der einen Seite nämlich dieses irre helle Licht. Raumgreifende Strahlkraft. Größte Begeisterung. Absoluter Wille zur kreativen Höchstleistung (bei Interesse). Auf der anderen Seite gesellt sich zum strahlenden Lichtkegel oft ein massiver Schatten: Rebellentum. Unangepasstheit. „Kein Respekt vor dem Amt“, attestierte einst ein Finanzchef einem jungen Kreativstar unserer Agentur.

Der größte Feind dieser Sonderlinge ist ihre Abneigung gegen jede Form von Bürokratismus. Worte wie „Stundenerfassung“ reichen, um sofortige Fluchtbewegungen auszulösen. Ihre Devise: Fehler machen. Nicht: Fehler vermeiden. Laut „cassandra Report“ erwarten 71 Prozent Rückschläge, bevor sich Erfolg einstellt.

Wie soll man damit nur umgehen? Überlegen Sie sich zunächst, ob Sie Möglichkeit und Atem haben, diesen sehr besonderen Leuten nicht nur Aufmerksamkeit zu schenken. Sondern auch Herausforderungen, an denen sie wachsen können. Denn, Obacht: Denen wird auch schnell langweilig. Ihnen dafür nicht: Mit dieser Generation werden Sie nicht nur viel Freude haben. Mit Sicherheit auch weniger Organisationsmist, der Ihnen selbst seit Jahren auf den Geist geht. Also: kein Grund zur Verzweiflung.

Der Autor: Armin Jochum ist Vorstand Kreation und Co-Gründer der Agentur Thjnk. Er ist einer von sechs Kolumnisten, die an dieser Stelle im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

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