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19.06.2015

20:47 Uhr

Der Werber-Rat

Die Samwer-Brüder als Sponsoren

VonChristoph Metzelder

Knapp zwei Monate vor dem Anpfiff der neuen Saison fehlt Mainz und Berlin noch ein Trikotsponsor. Ein junges Internetunternehmen wollte die Berliner Brust schmücken – klappte nicht, wäre aber sehr interessant gewesen.

Bereits im Winter kündigte die Deutsche Bahn an, den Sponsorenvertrag mit Fußball-Bundesligist Hertha BSC Berlin nicht zu verlängern. Die Suche nach einem Nachfolger gestaltet sich für die Berliner äußerst schwierig. dpa

Noch ohne Trikotsponsor

Bereits im Winter kündigte die Deutsche Bahn an, den Sponsorenvertrag mit Fußball-Bundesligist Hertha BSC Berlin nicht zu verlängern. Die Suche nach einem Nachfolger gestaltet sich für die Berliner äußerst schwierig.

In der Fußball-Bundesliga ist die Sommerpause eingekehrt. Eigentlich eine Zeit der Entspannung. Auf Managementebene kann die Anspannung allerdings nicht abfallen: Zwei Bundesligisten stehen noch ohne den finanziell elementaren Trikotsponsor da!

Dabei gab es vor allem eine Konstellation, die kürzlich für Furore sorgte: Aus bestimmten Kreisen hörte man, dass Rocket Internet, die berühmt-berüchtigte Start-up-Schmiede der Samwer-Brüder, an der Brust von Hertha BSC Berlin interessiert war. Rocket Internet steht für schnelle und aggressive Expansionen von Geschäftsmodellen, wie das Beispiel Zalando zeigt.

Dass ausgerechnet ein Internet-Unternehmen mit der „alten Dame des Fußballs“ anbandeln wollte, verwundert. Am Ende scheiterte der Deal, das Gedankenspiel bleibt aber interessant.

Fußball: Die Teams der Bundesliga-Ausrüster

Nike

FSV Mainz 05, Eintracht Frankfurt, FC Augsburg, Hertha BSC, SC Freiburg und Werder Bremen

Adidas

Bayer 04 Leverkusen, FC Bayern München, FC Schalke 04, Hamburger SV

Puma

Borussia Dortmund, VfB Stuttgart

Kappa

Borussia Mönchengladbach, VfL Wolfsburg

Lotto

TSG Hoffenheim

Jako

Hannover 96

Erima

1. FC Köln

Sport-Saller

SC Paderborn

Wechsel zu Nike
  • Nach elf Jahren mit Jako wechselt Eintracht Frankfurt zum amerikanischen Ausrüster Nike.
  • Nach vier Jahren mit Jako wechselt der FC Augsburg zum amerikanischen Ausrüster Nike.

Weitere Wechsel
  • Nach sechs Jahren mit Puma wechselt die TSG zum italienischen Ausrüster Lotto.
  • Nach fünf Jahren mit Adidas wechseln die Wölfe zum italienischen Ausrüster Kappa.

Die Sponsoring-Landschaft der Bundesliga ist grundsätzlich auf B2C-Kommunikation ausgerichtet – 16 der aktuellen 18 Sponsoren wollen den Endverbraucher. Rocket Internet hingegen ist eher B2B- und anlegerorientiert. Ob letzten Endes eine der vielen Rocket-Töchter das Trikot verziert hätte, wissen wir nicht. Ein erfolgreicher Deal hätte aber klassische Denkstrukturen des Sportsponsorings hinterfragt.

Spannend ist aber auch noch eine andere Facette: das Standortpotenzial. Berlin zieht seit eh und je internationale und junge Menschen an – eine Zielgruppe, die für Vereine in Zukunft zunehmend wichtiger wird. Dazu mausert sich die Hauptstadt immer mehr zum Silicon Valley von Deutschland.

Eine junge Schar an kreativen Menschen hätte neue Wege der Standortaktivierung geebnet. Engagierte Menschen mit T-Shirt und Hornbrillen im VIP-Bereich, Tech-Konferenzen im Stadion und strategische Investitionen in gemeinsame Services für Verein und Fans. Das alles mag sich merkwürdig anhören, aber so ist das eben oft mit Innovationen.

Der Autor: Christoph Metzelder ist Mitinhaber der Agentur Jung von Matt/Sports.

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