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16.06.2014

10:24 Uhr

Der Werber-Rat

Die WM der Hashtags

Die Fußballfans haben Spaß daran, ihre Mannschaft mit Beiträgen in den sozialen Netzwerken zu unterstützen. User können #flaggezeigen und als #FanForceOne #EinTeam mit ihrer Nation werden.

Seit Twitter eine oft genutzte Taste auf der Tastatur. Zur Fußball-WM dürfte die Raute noch öfter getippt werden.

Seit Twitter eine oft genutzte Taste auf der Tastatur. Zur Fußball-WM dürfte die Raute noch öfter getippt werden.

DüsseldorfAm Donnerstag wurde der #worldcup in #Brazil2014 mit der Partie #BRACRO eröffnet - die erste Weltmeisterschaft der Hashtags, gab doch allein die Fifa bereits zur Auslosung von Brasil 2014 acht offizielle Kürzel für die Fußballweltmeisterschaft bekannt. Aber lohnt der Aufwand, und welchen Sinn ergeben die digitalen Statements, deren Verbreitung durch die fortschreitende Digitalisierung das Turnier schon jetzt zur Social-Media-WM der Superlative machen?

Die Fans haben Freude daran, ihre Mannschaft mit ihren Beiträgen in den sozialen Netzwerken zu unterstützen. Egal ob auf Facebook, Twitter oder Instagram - User können #flaggezeigen und als #FanForceOne #EinTeam mit ihrer Nation werden.

Die Herausforderung besteht darin, sich nicht nur durch den Dschungel der offiziellen Hashtags zu kämpfen, sondern auch durch die mit Hashtags unterstützten Kampagnen der Sponsoren. Zu einem Zeitpunkt, wo #ManuelsKoffer längst ausgepackt ist und wir uns bei #futbolnow noch vor dem Anpfiff zwischen #allinornothing (Adidas) oder #riskeverything (Nike) entscheiden sollen. #Wiralle sind #bereitwienie - jedenfalls, wenn wir den zweiten Bildschirm in der Hand halten oder Kampagnen von Adidas, Coca-Cola, Mercedes, Nike, Pepsi oder Puma betrachten.

Raphael Brinkert ist Mitinhaber der Agentur Jung von Matt/Sports.

Raphael Brinkert ist Mitinhaber der Agentur Jung von Matt/Sports.

Facebook und Twitter reagierten kürzlich auf die Inflation, indem die relevantesten Hashtags auf einem gesonderten Profil zusammengeführt werden. Und nur wenigen Sponsoren wird es gelingen, ihre Botschaften in den Köpfen der Menschen zu verankern.

Eine Alternative wählt seit mehreren Jahren die deutsche Olympiamannschaft mit der Kampagne "Wir für Deutschland", dessen Beiträge über #WirfuerD über das ganze Sportjahr gebündelt werden. Ein Hashtag für alle Posts und Tweets einer ganzen Nation, der in Sotschi über 100 Millionen Mal verwendet wurde.

Fakt ist: Die WM wird weder sportlich noch wirtschaftlich mit Hashtags entschieden, sondern mit Kreativität, Schnelligkeit und Perfektion. Um den Titel zu erringen, hilft es jedoch auch abseits des Rasens die Kräfte zu bündeln. Gerade, wenn ganz Sportdeutschland #aneurerSeite steht und über eine Twitterwall im Campo Bahia im direkten Dialog mit den Nationalspielern steht.

Der Autor:

Raphael Brinkert ist Mitinhaber der Agentur Jung von Matt/Sports. Er ist einer von sechs Kolumnisten, die an dieser Stelle im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

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