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13.01.2015

08:44 Uhr

Der Werber-Rat

Dienen und leisten 2015

VonArmin Jochum

Der Anspruch an Kreative wächst: Der Markt setzt prozessuale Hochgeschwindigkeit voraus, gleichzeitig kreative Exzellenz. Ideale Bedingungen, um alte Zusammenarbeitsmodelle und veraltetes Hierarchiedenken abzulegen.

Chilly Gonzales vermählt unterschiedliche Genres und arbeitet mit Bands, Solisten und Fans. Picture Alliance

Chilly Gonzales vermählt unterschiedliche Genres und arbeitet mit Bands, Solisten und Fans.

Unlängst entdeckte ich bei guten Freunden neben reich gedeckter Tafel ein musikalisches Kleinod. Chilly Gonzales’ Meisterstück „Solo Piano“. Abends, die Kinder waren längst in der Heia, suchte ich Zerstreuung beim Ergründen des Schaffens von Gonzales.

Wahnsinnig virtuos. Auch, was die Markenpflege in eigener Sache betrifft. Andere sagen: „Guten Tag, Hotzenplotz mein Name.“ Der Wunderknabe legt größten Wert auf klare Einordnung: „Hello, this is Chilly Gonzales, the musical genius.“ Das ist freilich nicht nur eine Behauptung. Egal, ob London, Paris oder Berliner Philharmonie: ausverkaufte Säle. „Solo Piano“ ist allerdings nur ein Bruchteil seines Markenuniversums.

Es gab äußerst lustige Auftritte mit Helge Schneider und für den Laien beeindruckende musikalische Analysen von Welthits. Der Knabe vermählt sehr lässig unterschiedlichste Genres, arbeitet mit Bands, Solisten und Fans. Und: Der Mann teilt fleißig sein Wissen.

Ein hervorragendes Beispiel für Kreative jedes Fachbereichs, die auch 2015 nicht in der Dienstleister-Schublade Deckung suchen, weil sie ihr längst entwachsen sind. Der Anspruch an Kreative verlangt heute nach neuer Virtuosität, weil der Markt prozessuale Hochgeschwindigkeit und kreative Exzellenz gleichermaßen voraussetzt.

Armin Jochum ist Vorstand Kreation und Co-Gründer der Agentur Thjnk.

Armin Jochum ist Vorstand Kreation und Co-Gründer der Agentur Thjnk.

Ideale Rahmenbedingungen, alte Zusammenarbeitsmodelle und veraltetes Hierarchiedenken abzulegen. Wer in seinem Agenturpartner nur einen guten Dienstleister sehen will, wird schnell an Grenzen stoßen: Auftraggeber, die heute noch auf tradiertes Rollenverständnis Wert legen, legen vielleicht nicht genügend Wert auf erfolgreiche Kommunikation.

Die großen Marketingentscheider unserer Tage setzen alle auf die Kraft partnerschaftlicher Zusammenarbeit. Augenhöhe und Transparenz – nicht nur auf Power-Point-Folien. Solche Auftraggeber holen alles und mehr aus jedem Werbe-Euro, weil die Wege deutlich kürzer sind und Wichtiges nicht auf irgendwelchen Fluren oder in Lenkungsausschüssen verloren geht. Kommunikation heute: dient der Marke und muss eine ganze Menge leisten.

Etwas bleibt allerdings unverändert: Die Zukunft gehört den Mutigen – nicht nur in Konzertsälen.

Der Autor:

Armin Jochum ist Vorstand Kreation und Co-Gründer der Agentur Thjnk. Er ist einer von fünf Kolumnisten, die im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

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