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09.11.2015

10:30 Uhr

Der Werber-Rat

Ein Herz für Twitter

VonFranziska von Lewinski

Für Millionen Twitter-Nutzer wird der Alltag ein wenig wärmer und herzlicher. Denn auf dem Netzwerk gibt es statt gelber Sterne nun rote Herzen. Veränderungen kommen aber nicht immer gut an. Sie sollten vorbereitet sein.

Twitter ersetzt das Sternen-Symbol zum Favorisieren eines Tweets durch ein Herzchen. Reuters

Twitter

Twitter ersetzt das Sternen-Symbol zum Favorisieren eines Tweets durch ein Herzchen.

In dieser rohen, bisweilen von Empathielosigkeit gekennzeichneten Welt sehnen wir uns nach ein bisschen Wärme und Herz. Was wäre besser geeignet als die digitale Kommunikation über soziale Netzwerke, um sie uns zu bringen? WhatsApp-Nachrichten und Instagram wimmeln nur so von ihnen. Nun zieht auch das Kurznachrichtenportal Twitter nach. Herzchen statt Sternchen findet man nun neben dem Retweet-Button.

Franziska von Lewinski ist Vorstand der Agentur Fischer-Appelt.

Franziska von Lewinski

Franziska von Lewinski ist Vorstand der Agentur Fischer-Appelt.

Ein Like, LOL oder YES, eine Zustimmung, Umarmung oder Bekräftigung wird künftig nicht mehr als Favorit gekennzeichnet, sondern geherzt. Mit "Faven" könnte damit nicht nur ein Wort der Jugendsprache über kurz oder lang aus der Mode kommen: Was auf Facebook das Liken, ist auf Twitter das Faven. Es wird eine Nuance in den sozialen Netzwerken fehlen.

Spannend ist die Einführung der "Herzen" in die digitale Marke Twitter aber in jedem Fall verlaufen. Wenn nämlich Social Networks nur kleine Änderungen vornehmen, sind sofort Millionen Nutzer aufgebracht. Das hat auch oft mit der Art der Kommunikation zu tun, denn diese Änderungen kommen meist überraschend aus dem Nichts. Marken mit Millionen Kunden bereiten daher auch kleine Änderungen sorgfältig in der Kommunikation vor.

Bei der Tagesschau zum Beispiel, die zeigen wollte, dass die Sprecher künftig ganz im Bild zu sehen sein werden, weckten geheimnisvolle Beine im Studio Neugier und schafften Aufmerksamkeit für den Schritt zu noch mehr Nähe und Persönlichkeit in der Nachrichtenpräsentation. Oder Marken inszenieren die Veränderung wie Google seine Logo-Änderung, die mit animierten GIFs zum weltweiten Social-Media-Schlager wurde.

Nur eine Petitesse, ob Fav oder Herz? Ich finde nicht. Für Millionen Twitter-Nutzer wird der Alltag ein wenig wärmer. Ein wenig herzlicher. Ein Beitrag, die Welt ein klein wenig schöner und persönlicher zu machen.

Die Autorin: Franziska von Lewinski ist Vorstand der Agentur Fischer-Appelt. Sie ist eine von sechs Kolumnisten, die an dieser Stelle im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

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