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14.11.2014

13:32 Uhr

Der Werber-Rat

Eine Kritik der Filmkritik

VonChristoph Metzelder

„Die Mannschaft“ heißt der Film über die Fußball-Weltmeister 2014. Das Fazit der Filmkritiker fällt aber erstaunlich negativ aus. Deshalb an dieser Stelle: Ein Plädoyer für einen Film voller Sportbegeisterung!

Die Nationalspieler bei der Premiere des Films „Die Mannschaft“: Der Film ist seit Donnerstag in den Kinos. obs

Die Nationalspieler bei der Premiere des Films „Die Mannschaft“: Der Film ist seit Donnerstag in den Kinos.

Am Montagabend hatte „Die Mannschaft“ die große Filmpremiere in Berlin. Mit dabei natürlich die Hauptdarsteller, die Nationalspieler, wie wir in deren sozialen Netzwerken gut verfolgen konnten. Auch Filmkritiker betrachteten das Spektakel und teilten uns ihre Meinung mit. Ihr Fazit fällt erstaunlich negativ aus: Die versprochenen Einblicke in das Mannschaftsleben und neue, noch nie gesehene Szenen würden fehlen. Und: Der Film halte nicht, was er verspreche.

Der Film ist nach Ansicht einiger Kritiker eine bloße Inszenierung der Fifa und der Sponsoren. „Dauerwerbesendung für die Sponsoren“ oder „Wie ein langer cooler Werbespot“, lästern sie.

Allerdings sollten wir nicht vergessen: Es ist leicht, sich auf das Negative zu konzentrieren, noch leichter ist es, darüber zu schreiben. Schon das „Sommermärchen“ nach der WM im eigenen Land 2006 war ein riesiger Erfolg. Die Fans bekamen einen kleinen, aber einmaligen Einblick in Quartiere, Mannschaftsbus oder Kabine. Dort, wo sonst verschlossene Türen und Security stehen, zeigte Sönke Wortmann das Leben einer Mannschaft mit teilweise überraschenden Erkenntnissen, wie der kontroversen Diskussion, ob die Abschlussfeier nun in Stuttgart oder Berlin stattfinden solle. Ob da nun im Hintergrund die Fifa oder ihre Sponsoren auftauchten, interessierte herzlich wenig.

Aber wenn wir ehrlich sind: Sponsoren gehören zum Sport und seiner Welt dazu. Die Partner des DFB-Teams bauen nicht nur ein Campo Bahia und unterstützen somit unsere Sportler, ihre Investitionen fließen auch in die Förderung der Jugend und in den Amateursport – also in die Basis. Dazu kommt, dass die Erlöse des Filmprojekts ausschließlich in gemeinnützige Zwecke fließen.

Der Anspruch des Films ist keine Aufklärung. Die Grundidee des Films ist es doch, die Millionen von Fußballfans in ganz Deutschland am WM-Titel partizipieren zu lassen, sie näher an die Geschehnisse in Brasilien heranzubringen. Die Kraft der Emotionen aus den Wochen der WM nochmals abzurufen. Und zwar so, wie die Spieler den Sommer erlebt haben, die Binnensicht von Schweini Co. im Campo Bahia. Dieser Film erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit, aber näher kommt man an eine Nationalmannschaft nun wirklich nicht heran.

Der Autor: Christoph Metzelder ist Mitinhaber der Agentur Jung von Matt/Sports. Er ist einer von sechs Kolumnisten, die an dieser Stelle im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

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