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14.09.2015

21:22 Uhr

Der Werber-Rat

Endlich wird aus social sozial

VonFranziska von Lewinski

Die aktuelle Flüchtlingssituation zeigt: Facebook und Smartphones sind wichtiger denn je. Sie sind der Dreh- und Angelpunkt für Helfer und Flüchtlinge. Die digitale Teilhabe ist ein Schritt zur Integration.

Soziale Netzwerke und Smartphones werden für Helfer und Flüchtlinge immer wichtiger. Reuters

Facebook

Soziale Netzwerke und Smartphones werden für Helfer und Flüchtlinge immer wichtiger.

Soziale Netzwerke gelten oft als egomanische Nabelschau. Doch in der aktuellen Flüchtlingssituation zeigt sich, welche Kraft sie haben. In meiner Heimatstadt Hamburg gibt es mehrere hervorragende Beispiele dafür. In einer von der Messegesellschaft zur Verfügung gestellten Halle wird seit ein paar Wochen von freiwilligen Helfern eine Hilfslogistik aufgebaut, die ihresgleichen sucht.

Die Kleiderkammer in den Messehallen: Über 15.000 Hamburger haben sich der dazugehörigen Gruppe auf Facebook angeschlossen. Fast stündlich wird informiert, welche Bedürfnisse es gibt, wer wann einen Transporter für Hilfsgüter zur Verfügung stellen kann, wer Zeit hat, beim Sortieren zu helfen. Ein Hotel meldet sich, dass es mehrere Hundert noch benutzbare Matratzen spenden kann. Ein Angestellter bietet Kartonagen und Packhilfen an. Auf der Webseite „zusammenschmeissen.de“ wird mit einem Ampelsystem angezeigt, was und wie viel gerade benötigt wird. Und in der Facebook-Gruppe „Hamburger Flüchtlingshilfe“ gibt es einen Überblick über alle Aktionen in der Stadt.

Franziska von Lewinski ist Vorstand der Agentur Fischer-Appelt.

Franziska von Lewinski

Franziska von Lewinski ist Vorstand der Agentur Fischer-Appelt.

Soziale Netzwerke und das Web sind Dreh- und Angelpunkt für Helfer und Flüchtlinge. Das Smartphone ist die einzige Verbindung zu den Daheimgebliebenen und umgekehrt. Informationen sind überlebenswichtig und erreichen die Flüchtlinge oft nur über die digitalen Medien. Das Smartphone ist Karte, Fluchthelfer und Wegweiser, sich im neuen Land zurechtzufinden.

Natürlich sind Kleidung, Hygieneartikel und Bettdecken sehr wichtig. Aber nicht umsonst stehen internetfähige Handys ganz oben auf der Liste bei zusammenschmeissen.de. Deswegen: Spenden auch Sie Smartphones, öffnen Sie Ihr WLAN, verschenken Sie E-Books, unterstützen Sie Initiativen wie Freifunk, die Flüchtlingsunterkünfte ans Netz bringen. Digitale Teilhabe ist mehr als ein Schritt zur Integration. Digitales ist überlebenswichtig. Helfen Sie mit!

Die Autorin: Franziska von Lewinski ist Vorstand der Agentur Fischer-Appelt. Sie ist eine von sechs Kolumnisten, die an dieser Stelle im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

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