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17.03.2014

10:11 Uhr

Der Werber-Rat

Europa, wohin?

VonBodo Hombach

Es ist Dampf im Kessel – vielleicht schon Feuer unterm Dach. Der „GmbH Europa“ droht das Schicksal zu groß gewordener Gebilde: Sie werden selbstgefällig und träge. Die EU braucht eine neue zivile Dynamik.

In der Ukraine gehen Hunderttausende mit der Sehnsucht nach Europa auf die Straße. Doch die „GmbH Europa“ wird selbstgefällig und träge. dpa

In der Ukraine gehen Hunderttausende mit der Sehnsucht nach Europa auf die Straße. Doch die „GmbH Europa“ wird selbstgefällig und träge.

Die kommende Europawahl erlebt der Kontinent an einem Wendepunkt. Der Euro, gewollt als Motor der Integration, entwickelt Sprengkraft. Die geografischen Grenzen sind offen, aber es entstehen neue zwischen Regierungen und Völkern, Reich und Arm, Nord und Süd. Europa hat den Schwung seiner „wild days“ verloren.

Es wirkt müde und alt. Eine große Idee wurde von Bürokraten verzwergt. Die für ein erfolgreiches Europa wichtigen Briten stimmen bald über „in“ oder „out“ ab. In der Ukraine gehen Hunderttausende mit Europasehnsucht auf die Straße.

Autor Bodo Hombach ist Jurymitglied für die Verleihung des Deutschen Wirtschaftsbuchpreises und Präsident der Bonner Akademie für Forschung und Lehre praktischer Politik.

Autor Bodo Hombach ist Jurymitglied für die Verleihung des Deutschen Wirtschaftsbuchpreises und Präsident der Bonner Akademie für Forschung und Lehre praktischer Politik.

Es ist Dampf im Kessel – vielleicht schon Feuer unterm Dach. Der „GmbH Europa“ droht das Schicksal zu groß gewordener Gebilde: Sie werden selbstgefällig und träge. „Alles weiter wie gehabt!“ wäre bei der Wahl die Parole zum endgültigen Abstieg. Nicht Starrheit, sondern zivile Dynamik bei der Suche nach Lösungen ist der tiefere Zusammenhalt der Gemeinschaft.

Die EU hat Errungenschaften, um die sie die Völker der übrigen Welt beneiden: Demokratie, Bürgerfreiheit, Spielregeln, die den friedlichen Ausgleich der Interessen fördern. In 70 Jahren ist es gelungen, ein in Jahrhunderten gewachsenes Hasspotenzial auf das Niveau von Familienstreitigkeiten abzusenken. Aber in zu vielen Punkten geschwächt, kann man nicht antreten, als sei man berufen, die neue Zeit aus bisheriger Praxis zu definieren.

Richtige Therapie ist nicht Schönfärberei oder verbale Kraftmeierei und Gängelung durch ständig neue Vorschriften. Nicht das Glattbügeln regionaler Eigenheiten. Nicht die Demütigung von Völkern, die unter den Raubzügen ihrer Oligarchen leiden. Richtig wäre eine neue Bescheidenheit. Nicht „weiter so!“, sondern „wir haben verstanden“. Besinnung auf europäische Kernkompetenzen. Das Volk will in Europa nicht mehr gegeneinander rüsten. Es will gemeinsame Sicherheitspolitik. Die politische Initiative dazu fehlt noch.

Wichtig: Nicht Regierungen, auch nicht Banken, sondern die Völker müssen wieder spüren, wie gut es ist, auf diesem Kontinent zu leben. Das zu vermitteln braucht politische Kommunikatoren, die in dieser argumentationsarmen Zeit gehört werden, weil sie was zu sagen haben.

Der Autor:

Bodo Hombach ist Präsident der Bonner Akademie für Forschung und Lehre praktischer Politik und Vorstand der Brost-Stiftung. Er ist einer von fünf Kolumnisten, die im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

Kommentare (7)

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17.03.2014, 10:25 Uhr

Durch Einführung des Euro, erwzungenen Gleichheitswahn und abstruser Political Correctness hat die Politik binnen 10 Jahren es geschafft, Europa total an die Wand zu fahren.

Gratuliere.

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17.03.2014, 10:26 Uhr

Falsche Frage!

Es MUSS heißen EU (Politik) wohin! Europa bleibt nämlich Europa. Und die Völker und Kulturen stehen und sind ein Aushängeschild für die Landmasse EUROPA.

Das Großreich EU will uns politisch in ein Zwangskorsett (Verbot von kultureller und völkischer Vielfalt) diktatorisch vereinen. Erst haben es die Brauen, dann die Roten Diktator-System versucht und jetzt kommt also diese grün-sozialistische EU als neuer Diktator daher.
Na, Prost Mahlzeit!

Account gelöscht!

17.03.2014, 10:36 Uhr

Europa wohin ??? In den Abgrund !! Jetzt sollen ja doch Eurobonds kommen. Von Haushaltsdisziplin in Europa keine Spur. Alle machen Schulden und Deutschland zahlt Dank unseren Verb....... in Berlin.
UND!!! Das angebliche VORZEIGEMODELL für eine erfolgreiche Eurorettung = IRLAND, ist komplett gescheitert. Die Wirtschaft ist um 2,3 % eingebrochen - die Zahlen wurden schon bei (DWN) veröffentlicht ! Irland importiert drei Mal so viel, wie es exportiert.
UND - davon hört man kein Wort, nichts wurde über das in dem Medien berichtet. Kein Politiker hat ein Sterbenswörtchen dazu gesagt. Das kehrt man alles fein säuberlich unter den Tisch.
Über Irland hat man in großen Lettern in allen Zetungen geschrieben, wie das doch ein Beispiel der grandiosen Eurorettung sei etc..
NICHTS KANN MAN ÜBER DEN Wirtschaftseinbruch lesen. Das zeigt ganz deutlich, dass unsere Presse nicht unabhängig ist. Nichts Negatives soll in Sachen Euro an die Öffentlichkeit dringen !! EINE SCHANDE !! Die EU hatte in Irland eigentlich mit einem Plus gerechnet. Aber die rechnen ja immer mit einem Plus = bewusster Betrug ! Immer wurden die Zahlen verfehlt !

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