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24.11.2015

21:02 Uhr

Der Werber-Rat

Große Daten, kleine Erkenntnis

VonArmin Jochum

Heutzutage ist die Messbarkeit von Erfolg oder Misserfolg im Internet schnell möglich – dank „Google Trends“. Doch allein auf die Daten sollte man sich nicht verlassen. Denn Big Data hilft nicht immer weiter.

Das frei zugängliche Tool gibt exakt wieder, wie intensiv bestimmte Suchbegriffe in einem bestimmten Zeitraum abgefragt wurden. dpa

Google Trends

Das frei zugängliche Tool gibt exakt wieder, wie intensiv bestimmte Suchbegriffe in einem bestimmten Zeitraum abgefragt wurden.

Wenn Michael Trautmann einmal nicht auf einer Bühne steht und singt, überrascht er seine Vorstandskollegen Heumann und Jochum mit kurzweiligen Anekdoten aus der digitalen Gründerszene. Unlängst schob mir mein Sitznachbar einen Aufsatz über den Schreibtisch, es ging um den Big-Data-Wahnsinn.

Armin Jochum ist Vorstand Kreation und Co-Gründer der Agentur Thjnk.

Armin Jochum ist Vorstand Kreation und Co-Gründer der Agentur Thjnk.

Ich wollte schon die Augen verdrehen und mich wieder meinem Schokoriegel zuwenden, da bemerkte ich, dass es eigentlich um etwas anderes geht, das unbedingt den Weg in diese Kolumne finden sollte. Und zwar um die Messbarkeit von Erfolg oder Misserfolg kommunikativer Maßnahmen über "Google Trends". Ein frei zugängliches Tool, das exakt wiedergibt, wie intensiv bestimmte Suchbegriffe in einem bestimmten Zeitraum abgefragt wurden.

Die Princeton-Universität veröffentlichte vor geraumer Zeit die These, dass Facebook innerhalb der nächsten drei Jahre 80 Prozent seiner Nutzer verlieren würde. Die Wissenschaftler stützten sich auf die Tatsache, dass die Suche nach dem Begriff "Facebook" seit Dezember 2012 konstant nachlässt. Eine erstaunliche Erkenntnis, ein Erdbeben in der Community. Facebook retournierte die These mit der souveränen Feststellung, dass "die Google-Such-Trends einer Universität und die Zahl der Einschreibungen von Studenten in einer direkten Beziehung stünden und demnach Princeton bereits 2018 nur noch die Hälfte der Einschreibungen habe und 2021 komplett ohne Studenten dastehe.

Herrlich. Die schlauen Leute von Princeton hatten schlicht übersehen, dass immer mehr User über die Facebook-App auf der Plattform landen - und nicht mehr über die Sucheingabe im Browser. Big Data hilft. Allerdings nur, wenn man auch das Big Picture kennt. Meine Sucheingabe "Trautmann singt" ergab übrigens keinen Treffer. Das "Suchvolumen sei zu gering, um Grafiken anzeigen zu können". Ich bin beruhigt.

Der Autor: Armin Jochum ist Vorstand Kreation und Co-Gründer der Agentur Thjnk. Er ist einer von sechs Kolumnisten, die an dieser Stelle im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

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