Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.12.2015

19:38 Uhr

Der Werber-Rat

#kiesmussbleiben

VonChristoph Metzelder

Lange sah es so aus, als ob sich die Wege von Stefan Kießling und Bayer Leverkusen trennen würden. Doch nun die Kehrwende. Der Stürmer soll bleiben und verlängern – denn Kießling ist für das Bayer-Image unersetzlich.

Stefan Kießling ist der Imageträger von Bayer Leverkusen – gerade deshalb sollte sich der Verein nicht von ihm trennen. ap

Das Gesicht von Bayer Leverkusen

Stefan Kießling ist der Imageträger von Bayer Leverkusen – gerade deshalb sollte sich der Verein nicht von ihm trennen.

In der Bay-Arena und im Netz formierte sich Widerstand. Stefan Kießling, seit Jahren Leistungsträger bei Bayer 04 Leverkusen, hatte sich nach seiner Gala gegen Mönchengladbach und einer Ehrenrunde an den Sky-Expertentisch begeben, da stürmten 200 Fans zurück ins Stadion und feierten den sympathischen Stürmer. Der Grund: Die Verlustängste der Fans wurden in den letzten Wochen stark geschürt. Der 31-Jährige wurde von Trainer Roger Schmidt nur noch homöopathisch eingesetzt und verkündete vor laufenden Kameras, dass er im Winter einen Wechsel nicht ausschließen könne. Es klang nach Abschied.

Sportlich wäre sein Abgang zu verschmerzen, in Hinblick auf die Vereinsmarke jedoch fatal. Zwar befindet sich der Torjäger auf der Zielgeraden seiner Karriere, als Typ ist er für die Markenbildung von Bayer Leverkusen aber unverzichtbar. Die Werkself ist seit 1979 ununterbrochen Bundesligist – in der Wahrnehmung ist sie jedoch weit weg von Traditionsvereinen wie Dortmund, Schalke oder dem HSV.

Neben der Unterstützung des Life-Science-Konzerns Bayer spielt auch die Wahrnehmung als Durchlaufstation eine Rolle. Talentierte Spieler entwickeln sich in Leverkusen, machen jedoch in Regelmäßigkeit den Schritt zu einem großen Klub. Das Problem: Sportlich macht diese Rolle Sinn, das Markendepot an identitätsstiftenden Gesichtern des Vereins bleibt jedoch leer. Dabei prägen Gesichter starke Unternehmen – und auch Vereinsmarken.

Nach Ulf Kirsten und Rudi Völler ist Kießling der aktuelle Imageträger unter dem Bayer-Kreuz. Fast 400 Spiele und 156 Tore sowie sein Verhalten außerhalb des Platzes machen ihn zur Identitätsfigur. Den Schaden seines drohenden Abgangs erkannten Geschäftsführer Michael Schade und wohl auch Aufsichtsratschef Werner Wenning: Kießling bleibt und soll sogar verlängern. Und weiter an der Tradition von Bayer 04 Leverkusen schreiben.

Der Autor: Christoph Metzelder ist Mitinhaber der Agentur Jung von Matt/Sports.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×