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05.09.2013

20:44 Uhr

Der Werber-Rat

Lebensfreude statt Entsagung

VonUli Mayer-Johanssen

Die vegane Lebensweise wird immer populärer und auch wirtschaftlich zu einer bedeutenden Größe. Der achtsame Umgang mit Tieren passt zum Trend von mehr Nachhaltigkeit in der Gesellschaft.

Eine vegane Torte beim „Vegan Street Day“ in Dortmund. dpa

Eine vegane Torte beim „Vegan Street Day“ in Dortmund.

Der neue Star unter Deutschlands beliebtesten Köchen ist Attila Hildmann. Seine Geschichte vom Moppel-Ich zum Veganer mit Traumkörper ist ein Dauerbrenner in den Medien. Seine Bücher über vegane Lebensweise und Küche erreichen Millionenauflagen.

Wurden Veganer, also Menschen, die auf den Verzehr und die Verwendung tierischer Produkte verzichten, noch vor ein paar Jahren als Exoten belächelt, entwickelt sich diese Lebensweise mittlerweile zu einer wahren Bewegung. 2011 ernährten sich nach Angaben der Veganen Gesellschaft Deutschlands bereits 800.000 Menschen ohne tierische Zusätze. Der Jahresumsatz mit speziellen Produkten liegt bei 194 Millionen Euro. Gemessen am Gesamtumsatz des deutschen Lebensmittelhandels in Höhe von 100 Milliarden Euro ein Tropfen auf den heißen Stein.

Aber die Bewegung wächst: Für 2012 wird mit einem Umsatzzuwachs von 19 Prozent gerechnet. So wie Bioläden und Reformhäuser den Weg in die Mitte der Gesellschaft gefunden haben, entwickelt sich die vegane Lebensweise in eine ähnliche Richtung.

Uli Mayer-Johanssen ist Gründerin und Chefin der Markenagentur Meta-Design in Berlin.

Uli Mayer-Johanssen ist Gründerin und Chefin der Markenagentur Meta-Design in Berlin.

Damit bringen sich auch die ersten Marken in diesem Segment in Stellung. Als Pionier gilt das Unternehmen Rapunzel, das alles vertreibt, was das Veganerherz höher schlagen lässt. Zur Profilierung der Marke ging das Unternehmen eine Kooperation mit Trendkoch Hildmann ein. Veganz, die erste vegane Supermarktkette mit Dependancen in Berlin, Hamburg und Frankfurt ist ebenfalls auf Wachstumskurs. Dabei strahlen die modernen Shops pure Lebensfreude statt Entsagung aus.

Mit Interesse dürfte die Lebensmittelbranche ein Gespräch mit Christian Rauffus, dem Chef des Wurstherstellers Rügenwalder Mühle im Handelsblatt gelesen haben. Nicht nur, dass er den Veggie-Day für eine gute Idee hält, er kann sich in seinem Sortiment durchaus Produkte auf Sojabasis vorstellen. Sich auf diese Weise als Vordenker zu positionieren, ist eine clevere Strategie des Fleischherstellers. Wenn seinen Worten Taten folgen, könnten mögliche Verluste durch weniger Fleischkonsum mit der neuen Zielgruppe ausgeglichen werden. Denn die vegane Bewegung ist kein Strohfeuer, sie ist vielmehr Ausdruck des gesellschaftlichen Trends zu mehr Nachhaltigkeit.

Die Autorin:

Uli Mayer-Johanssen ist Gründerin und Chefin der Markenagentur Meta-Design in Berlin. Sie ist einer von fünf Kolumnisten, die im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

Kommentare (13)

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Wolfsfreund

05.09.2013, 23:08 Uhr

"Denn die vegane Bewegung ist kein Strohfeuer, sie ist vielmehr Ausdruck des gesellschaftlichen Trends zu mehr Nachhaltigkeit."
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Nein, das ist ein Trend zu mehr Bevormundung! Von mir aus kann jeder essen, was er will. Seine Sache. Was mich bei Vegetariern, mehr aber noch bei Veganern stört, ist dieses penetrante, überhebliche, widerlich moralisierende Bessermenschengehabe, mit dem sie einem auf den Keks gehen. Ich habe seit meiner Studienzeit noch keinen Veggie kennengelernt, der nicht demonstrativ und lautstark von Leichenteilen, Bienenerbrochenem und Hühnerembryonen faselte (für normale Menschen: Schnitzel, Honig oder Eier) und sich mit leidender Miene und demonstrativ angeekelt woanders hinsetzte.
Es kann jeder seine Überzeugung leben, gar kein Thema, aber auch für Veggies gilt, die Überzeugung anderer Menschen zu tolerieren und nicht zu missionieren, und dieser Punkt ist nicht diskussionsfähig.

Btw., Soja... Dieser transgene Dreck kommt mir nicht auf den Tisch!
http://de.wikipedia.org/wiki/Transgene_Sojabohne
Und wer sich da durchkämpfen mag:
http://www.keine-gentechnik.de/bibliothek/verbraucher/studien/ecoris_analyse_humantoxikologie_040410.pdf

hasstnicht

05.09.2013, 23:40 Uhr

Richtig!

Ich bin als Vegetarier (nicht Veganer) genau Ihrer Meinung. Das überhebliche Getue der Hardcore "Ich bin Besser als du Menschen" ist zum Kotzen. Und wenn das Fleisch was ich um die Ecke kaufen kann auch wieder Artgerecht und ohne Medikamente hergestellt wird dann esse ich das auch wieder. Es gibt auch andere Vegitarier.

Account gelöscht!

05.09.2013, 23:43 Uhr

Die meisten Vegetarier, die ich kenne, bestehen aus Fleisch.

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