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23.07.2013

06:49 Uhr

Der Werber-Rat

Mutterglück mit 50

VonInes Imdahl

Die moderne Fortpflanzungsmedizin sorgt dafür, dass die biologische Uhr bei Frauen ab 30 weniger laut tickt. Sie können den Kinderwunsch getrost auf später verschieben. Davon profitieren viele.

Dank neuer Technologien können sich nicht mehr nur junge Frauen ihren Kinderwunsch erfüllen. obs

Dank neuer Technologien können sich nicht mehr nur junge Frauen ihren Kinderwunsch erfüllen.

Die „alten“ Eltern aus Hamburg sind 51 und 68. Damit sind sie Gesprächsthema der Medien und Menschen. Und die „Zeit“ schreibt im letzten Titel über neue Fortpflanzungsmöglichkeiten im Alter. Frauen können nun, in wenigen Praxen, ihre eigenen Eizellen zur späteren Verwendung einfrieren. Damit stellt sich auch für sie die Option, die Männer im Prinzip schon immer hatten, nämlich sich sehr spät noch einen Kinderwunsch zu erfüllen. Sie können erst Karriere machen und auf den Mann ihres Lebens und möglichen Kindsvater warten. Sie können dann Kinder bekommen, wenn es in den Lebensplan passt.

Prinzipiell dürfte das auch die Männer entlasten, wenn sie einer Frau ab circa Mitte 30 begegnen. Sie müssten dann nicht mehr die Sorge haben, als potenzieller Vaterschaftskandidat unter die Lupe genommen zu werden.

Die neue Fertilitätstechnologie könnte ein Segen sein. So wie damals die Pille die Sexualität von der Fortpflanzung trennte, ließe sich nun die Fortpflanzung vom Alterungsprozess trennen.

Ines Imdahl ist Psychologin und Inhaberin der Marktforschungsagentur Rheingold Salon.

Ines Imdahl ist Psychologin und Inhaberin der Marktforschungsagentur Rheingold Salon.

Stattdessen dominieren in der gesellschaftlichen Diskussion die Bedenken. Schaden alte Eltern dem Kind? Schaden die notwendigen Hormonbehandlungen der potenziellen Mutter? Sind solche aufwendigen Verfahren überhaupt angebracht, nur um später ein Kind zu bekommen?

Dabei handelt es sich im Prinzip um einen konsequenten Schritt. Die Lebenserwartung der Menschen hat sich dramatisch erhöht. Die heute 60-Jährigen sind so fit wie die früheren 40-Jährigen. Mit Beginn des Rentenalters haben die Menschen nicht selten noch ein Viertel ihrer Lebenszeit vor sich. Umgekehrt befinden sich junge Menschen viel länger in der Ausbildung, brauchen Zeit, sich beruflich zu etablieren oder bleiben gleich — Stichwort Hotel Mama — zu Hause wohnen.

Wieso also sollte nicht auch das Kinderkriegen sukzessive nach hinten „geschoben“ werden? Ältere Eltern wissen genau, was sie wollen, sorgen vor, auch für den Fall ihres Ablebens. Sie genießen die Zeit mit den Kindern möglicherweise intensiver, weil sich nicht selten auch ein lange ersehnter Wunsch erfüllt. Für ein Kind gibt es ebenso viele Vor- wie Nachteile. Aber am wichtigsten wird ihm wohl sein, dass es überhaupt existiert.

Übrigens: Mit allen „technischen“ Neuerungen waren immer auch Sorgen verbunden. Beispielsweise haben die Menschen lange diskutiert, ob das Reisen in Zuggeschwindigkeit nicht grundsätzlich krank macht, weil die Seele zurückbleibt. Seelisch scheint manchem eine Mutter mit 50 vielleicht noch zu alt, aber wir werden hier hinterherkommen — müssen.

Die Autorin:

Ines Imdahl ist Psychologin und Inhaberin der Marktforschungsagentur Rheingold Salon. Sie ist einer von fünf Kolumnisten, die im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

23.07.2013, 08:36 Uhr

So ein dummes Zeug kann nur eine Frau schreiben, die selbst keine Kinder grossgezogen hat.
Man wird ja mit zunehmenden Alter auch immer flexibler und agiler. Deshalb ist es ja dann auch so einfach, mal eben Nachts 2-3 mal aufzustehen, um das Baby zu stillen. Ist Mami dann 56 kommt das Kind in die Schule, treibt Sport und braucht dann eine agile Mami, die sie durch die Schulzeit und die Pubertät begleitet. Papa ist dann wohl schon 75 Jahre alt.
Aber was heisst hier schon Papa,. Das bisschen schafft Omi doch ganz alleine.

Weltenwanderer

23.07.2013, 08:48 Uhr

Also so ein dummes Zeug hab ich selten gelesen, wie den Kommentar von @Wanninger01

Einem Kind ist es erst einmal völlig egal, wie alt Eltern sind. Hauptsache sie sind da.
Des weiteren gibt unzählige jüngere Eltern, die ihre Kinder nicht selten vor dem Fernseher, am besten im eigenen Kinderzimmer, parken, um ihre Ruhe zu haben. Die Agilität der Jugend wird hier gar nicht genutzt.

Es spielt also keine Rolle, wie alt Eltern sind, so lange sie es sich zutrauen und das Kind in voller Gänze umsorgen und betreuen können.

Defacto heißt das auch, dass alle Frauen und Männer >50 nicht mehr in Kinderbetreuungseinrichtungen arbeiten dürfen, wenn man Ihrem Kommentar folgt @Wanninger01.

Account gelöscht!

23.07.2013, 09:13 Uhr

Ist ja schön, dass Sie ihre eigenen Kommentare unter Pseudonym kommentieren.
Weil jüngere Eltern ihre Kinder vorm Frernseher sitzen lassen, sollten dieselben Leute also lieber erst mit 50 Kinder in die Welt setzen, oder was wollen Sie mir sagen?
Für Kinder braucht man reichlich Energie und Geduld. eine Frau, die 50 Jahre ihren Egoo Trip gelebt hat, soll sich dann mal eben zur agilen Mutter wandeln?
Wenn das Kind 20 Jahre alt ist, dann ist die eigene Mutter im Alter der Grossmutter. Aber in den Genuss der Liebe einer Grossmutter wird das Kind ja dann gar nicht kommen. Natur bezieht sich eben nicht nur auf die Wahl der Karottenhautcreme, sondern auch auf ein gesundes Alter zum Kinder bekommen.

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