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26.04.2013

07:14 Uhr

Der Werber-Rat

Nachhaltige Vorbilder

VonUli Mayer-Johanssen

Authentizität, Sympathie und Begeisterungsfähigkeit werden immer entscheidender bei der Frage nach der Akzeptanz von Marken. Dafür braucht es Vorreiter, die von einer besseren Zukunft träumen.

Die Bewahrung der Erde ist das Ziel von Nachhaltigkeit als Management-Konzept. dpa

Die Bewahrung der Erde ist das Ziel von Nachhaltigkeit als Management-Konzept.

Ein Satz, der aufhorchen lässt: "Ich war noch nie so zuversichtlich und optimistisch wie heute ..." Einem kleinen Kreis von Zuhörern war es in der vergangenen Woche vorbehalten, die Innovationen eines wahren Visionärs zu bestaunen: Gunter Pauli, Gründer des Forschungsnetzwerks Zeri und Initiator des Nachhaltigkeitskonzepts Blue Economy zeigte auf, dass Träume Wege ebnen. In seinen Initiativen und Projekten stehen ganzheitliches Denken, Nachhaltigkeit, der Mensch und seine Bedürfnisse im Zentrum. All dies wird zunehmend auch über die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen und Marken entscheiden.

Demgegenüber wird immer deutlicher, dass rein quantitative, rationale Messgrößen letztlich ins Aus führen. Die Negativspirale der Geiz-ist-Geil-Begeisterung zeigt ihr ganzes Ausmaß: Denn am Ende ist - wenn alles effizient ist - nichts mehr effizient. Wir verlieren uns und unser Bedürfnis nach Qualität und Sinn aus den Augen und setzen dadurch das Markenkapital aufs Spiel.

Uli Mayer-Johanssen ist Gründerin und Chefin der Markenagentur Meta-Design in Berlin.

Uli Mayer-Johanssen ist Gründerin und Chefin der Markenagentur Meta-Design in Berlin.

So ließ Steiff beispielsweise aus Kostengründen knapp vier Jahre lang in China produzieren, was immense Qualitätsprobleme mit sich brachte. Rechtzeitig besann man sich auf seine Wurzeln und produziert seit 2010 wieder in eigenen Werken, dadurch kehrten Qualität und Erfolg zurück.

Ein Sinneswandel ist Voraussetzung, um Altbekanntes neu zu betrachten. Für Pauli bedeutet das: "Die Entwicklung von neuen, nachhaltigen Geschäftsmodellen ist die Innovation." Ihm geht es darum, neue Formen des Wirtschaftens zu entwickeln, die am Menschen orientiert sind, Arbeitsplätze schaffen und eine bessere Qualität zum Ziel haben.

Günter Faltin, Leiter des Lehrstuhls für Entrepreneurship an der FU Berlin, hat mit der Teekampagne vor Jahren ebenfalls Neuland betreten. Das Geschäftsmodell sieht vor, hochqualitativen Darjeeling-Tee ohne Zwischenhändler direkt an den Konsumenten zu vertreiben. Letztlich profitieren alle: die Anbauregion, ihre Menschen und der Verbraucher.

Das Ganze denken bedeutet, Wissenschaft, Vision, Realität und Markt als Einheit zu begreifen, um einen Mehrwert zu schaffen. Vorbilder und Vorreiter sind dabei jene, die Mensch und Natur ins Zentrum rücken und sich für höhere Lebensqualität einsetzen.

Die Autorin:

Uli Mayer-Johanssen ist Gründerin und Chefin der Markenagentur Meta-Design in Berlin. Sie ist einer von fünf Kolumnisten, die im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

Kommentare (1)

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pit

26.04.2013, 10:06 Uhr

Ein Glück, dass es Steiff als Beispiel gibt. Aber - was ist schon eine Marke oder Markenqualität? Meistens nur Schall und Rauch. Mich ärgert es wenn Marken in China fertigen lassen und dann Preise verlangen als wenn das Produkt in Deutschland gefertigt worden wäre. Fakt ist doch, dass fast alle Jeans in China gefertigt werden- auch die SuperLabels - und alle sind gleich stark belastet, mit giftigen Chemikalien. Und was für Jeans gilt, gilt auch für Kinderspielzeug, Unterwäsche, Schuhe....
Was soll also das Geschwätz über die Marke. Oftmals sind Fakes besser und weniger belastet als das Orginal. Und natürlich viel preiswerter.

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