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13.07.2015

21:27 Uhr

Der Werber-Rat

Nehmt Eure Kunden im Netz ernst!

Die Bundesregierung versucht, junge Zielgruppen digital anzusprechen. Unternehmen sollten sich das auch zur Aufgabe machen. Denn junge Menschen sind längst nicht mehr über die klassischen Kanäle zu erreichen.

Mit diesem Hashtag versucht die Bundesregierung eine junge Zielgruppe zu erreichen. Daran sollten sich einige Unternehmen ein Beispiel nehmen. Screenshot Youtube

LeFloid

Mit diesem Hashtag versucht die Bundesregierung eine junge Zielgruppe zu erreichen. Daran sollten sich einige Unternehmen ein Beispiel nehmen.

Am vergangenen Freitag konnte Florian Mundt mit einer „jungen Frau“ schnacken, wie er im Netz gepostet hat. Für das Interview des 27-Jährigen mit „der Angela“ hatte er die Internet-Community zuvor unter dem Hashtag #NetzFragtMerkel um Fragen gebeten, die der Kanzlerin unbedingt gestellt werden müssten.

Heute ist LeFloid, wie sich der Star des deutschsprachigen Internets auf Youtube nennt, mit dem Interview online gegangen. Es wird die Zahl seiner bislang mehr als 2,6 Millionen Follower bei Youtube noch einmal vergrößert haben. Zum Vergleich: Der Youtube-Account der Bundesregierung hat knapp 13.000 Follower.

Franziska von Lewinski ist Vorstand der Agentur Fischer-Appelt.

Franziska von Lewinski

Franziska von Lewinski ist Vorstand der Agentur Fischer-Appelt.

Nur, warum lässt sich die Bundeskanzlerin überhaupt von einem Youtuber interviewen? Die LeFloid-Community setzt sich zusammen aus Zwölf- bis 25-Jährigen, die über klassische Kanäle nicht mehr zu erreichen sind. Die Bundesregierung versucht also, diese Zielgruppen digital anzusprechen. Und: Das Hashtag #NetzFragtMerkel klingt besser als #Neuland, weil es um Ernsthaftigkeit geht und darum, ernst genommen zu werden. Selbst die Bundesregierung versucht also, ihre Bürger über digitale Medien zu erreichen.

Da ist es umso erstaunlicher, dass viele Unternehmen sich damit so schwer tun. Ziehen sie tatsächlich auf digitalem Weg ihre Kunden zurate? Interessiert sie wirklich, was Kunden im Netz beschreiben, fordern und vorschlagen?

McDonald’s ist mit frag.mcdonalds.de ein Vorreiter, indem sich der Konzern allen Fragen der Verbraucher stellt. Die Frage bleibt allerdings, ob die Anregungen an den richtigen Stellen landen und zum Handeln in der Organisation führen. Es geht darum, jene Menschen auch ernst zu nehmen, die man übers Netz „angelockt“ hat. Deshalb schau ich mir das Video des Merkel-Schnacks mit LeFloid genau an. Mal sehen, ob Frau Merkel die Fragen der Youtube-User ernst genommen hat.

Die Autorin: Franziska von Lewinski ist Vorstand der Agentur Fischer-Appelt. Sie ist eine von sechs Kolumnisten, die an dieser Stelle im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

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