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15.02.2016

19:52 Uhr

Der Werber-Rat

Realität, aber bitte nur gefiltert

VonFranziska von Lewinski

Sonnenschein trotz Regenwetter? Mit Instagram ist das möglich. Ein Sommerfilter kann in diesen grauen Tagen die Nutzer des Fotodienstes beflügeln. Gibt es doch den Wunsch nach einer nicht so ganz ungefilterten Realität?

Schlechtes Wetter? Per Knopfdruck kann ein Foto sommerlich aussehen. dpa

Sommerfilter bei Instagram

Schlechtes Wetter? Per Knopfdruck kann ein Foto sommerlich aussehen.

Eine Freundin schickte mir pünktlich zum Aschermittwoch ein paar Karnevalsbilder aus dem Rheinland. In Hamburg sind solche Bilder ja eher eine Rarität. Auf dem Foto waren nicht nur Jecke zu sehen, sondern es vermittelte mir auch ein hochsommerliches Gesamtambiente. Wie schön, dachte ich kurz, dass das Wetter dort so gut mitgespielt hat.

Aber hieß es nicht, dass die Rosenmontagszüge wegen Unwetters in einigen Städten abgesagt wurden? Wie konnte es nur wenige Kilometer weiter aussehen, wie an einem lauschigen Sommertag? Die Lösung: Meine Freundin schuf diese Anmutung mit #Sommerfilter.

Franziska von Lewinski ist Vorstand der Agentur Fischer-Appelt.

Franziska von Lewinski

Franziska von Lewinski ist Vorstand der Agentur Fischer-Appelt.

Der Fotodienst Instagram bietet den Sommerfilter in seiner App an. Mir gefällt dieser Begriff. Klar sprechen in der Kommunikation heutzutage alle vom Thema Authentizität. Alles soll so wahrhaftig wie möglich sein. Der raue Charme der Echtheit prägt ja aktuell viele Markenwelten.

Gleichzeitig nutzen jedoch mehr Menschen als je zuvor Instagram und präsentieren dort ihre mit Filtern und Kontrasteinstellungen veränderten Fotos. Auch ich kann mich bei Fotos stundenlang mit der Wahl eines Filters und der Kombination verschiedener Helligkeits- und Kontraststufen aufhalten.

Gibt es also doch eher den Wunsch nach einer nicht ganz so ungefilterten Realität? Und liegen Marken mit dem Trend zur Echtheit möglicherweise falsch? Ich glaube beides passt gut zusammen. Denn Filter verändern vielleicht ein Foto, aber nicht das Motiv. Sie arbeiten das heraus, was uns wichtig ist, worauf wir den Fokus legen wollen. Meine Freundin wollte mir halt zeigen, wie gut ihre Stimmung war und nicht, wie schlecht das Wetter ist. Und ich finde, so lässt sich auch in Zeiten von Filtern und Instagram gut kommunizieren: Zeigen, was ist - und betonen, worauf es ankommt. Den Sommerfilter kann ich übrigens in diesen grauen Februartagen sehr empfehlen. Er beflügelt ungemein.

Die Autorin: Franziska von Lewinski ist Vorstand der Agentur Fischer-Appelt. Sie ist eine von sechs Kolumnisten, die an dieser Stelle im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

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