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28.12.2015

21:48 Uhr

Der Werber-Rat

Relaunch der digitalen Werbung

VonFranziska von Lewinski

Die Debatte über die Zukunft werbefinanzierter Onlineangebote tobt. Immer mehr Nutzer haben die Nase voll von Werbung im Internet. Einige Anbieter haben aus diesem Grund eigene Ökosysteme für digitale Werbung geschaffen.

Google hat ein eigenes, machtvolles Ökosystem für die digitale Werbung geschaffen. dpa

Google

Google hat ein eigenes, machtvolles Ökosystem für die digitale Werbung geschaffen.

Google ergänzt die Suchanfrage "Datenschutz ist..." mit: "...Chefsache" oder "...uns wichtig". Vor gut einer Woche wurden die Grundzüge für eine europäische Datenschutzverordnung beschlossen, die 2018 in Kraft treten soll. Im Kern geht es um erweiterte Einwilligungen des Nutzers bei der Erhebung von Daten und das Recht auf digitales Vergessen.

Franziska von Lewinski ist Vorstand der Agentur Fischer-Appelt.

Franziska von Lewinski

Franziska von Lewinski ist Vorstand der Agentur Fischer-Appelt.

Zeitgleich tobt die Debatte über Adblocker und die Zukunft werbefinanzierter Onlineangebote. Digitalverbände laufen schon jetzt Sturm gegen die neuen Regelungen, machen sie es doch schwerer als bisher, das Nutzerverhalten im Netz nachzuvollziehen. 2015 sind wir auf dem Gipfel einer jahrelangen Entwicklung, die jetzt am Scheideweg steht.

Medien stellten ihre Inhalte kostenlos ins Internet, und vermarkten Reichweite. Um diese Erlöse maximal zu steigern, wurden die Targeting-Methoden über die Jahre so verfeinert, dass heute eine Sekunde nach dem Besuch eines Onlineshops Werbung zu dessen Produkten bei Facebook angezeigt wird oder ein Banner ständig an das vermeintliche Kaufinteresse erinnert.

Davon haben immer mehr Nutzer die Nase voll und blockieren Werbung und das vorherige Tracking. Selbst Apple baut Adblocking in sein Betriebssystem mit ein, aber natürlich mit der Möglichkeit, auch dort wieder Werbung zu schalten. Das alte System stößt an Grenzen.

Apple, Google, Amazon und Facebook haben eigene, machtvolle Ökosysteme für digitale Werbung geschaffen. Nun müssen sich Marken fragen, wie weit sie sich von diesen abhängig machen wollen. Oder ob sie über eigene Inhalte das Publikum begeistern und selbst Reichweite aufbauen möchten. 2016 wird zum Jahr der Inhalte. Um die Nutzer wieder für uns zu gewinnen, müssen wir Alternativen zum Bisherigen anbieten. Nicht verschleiern, sondern transparent sein. Nur so erlangen wir verlorenes Vertrauen wieder zurück.

Die Autorin: Franziska von Lewinski ist Vorstand der Agentur Fischer-Appelt. Sie ist eine von sechs Kolumnisten, die an dieser Stelle im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

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