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26.06.2015

20:12 Uhr

Der Werber-Rat

Spiel, Satz und Comeback

VonRaphael Brinkert

An diesem Wochenende startet das größte Tennisturnier der Welt in Wimbledon. Das Turnier, das Deutschland 1985 durch den Sieg von Boris Becker zur Tennisnation machte, ist wie immer seit Monaten ausverkauft.

Durch drei Wimbledon-Siege von Boris Becker wurde Tennis in Deutschland in den 1980er-Jahren durchaus populär. Heute ist die Situation aber ganz anders. dpa

Tennis-Legende Boris Becker

Durch drei Wimbledon-Siege von Boris Becker wurde Tennis in Deutschland in den 1980er-Jahren durchaus populär. Heute ist die Situation aber ganz anders.

Ganz anders stellt sich die Situation in Deutschland dar: Aus den Bumm-Bumm-Boomjahren ist ein 40:0 auf den Plätzen geworden. Die meisten Spieler sind über 40 Jahre alt, kaum jemand ist jünger. Ein niederschmetterndes Ergebnis für die einst zweitbeliebteste Sportart der Deutschen, die aktuell hinter Tanzen und Eiskunstlauf nur noch auf Platz zwölf rangiert.

Der Großteil der 40.000 Tennisplätze ist kaum noch ausgelastet, aus Tennishallen wurden vielerorts Indoor-Soccer-Places.

Die Gründe für den Abstieg liegen weniger an dem Karriere-Ende von Profis wie Steffi Graf und Boris Becker als an amateurhaften Entscheidungen abseits der Courts: So gibt es 2015 weder ein deutsches Turnier-Highlight der obersten Kategorie, noch gibt es national einsehbare Echtzeit-Ergebnisdienste für alle Alters- und Leistungsklassen oder eine strategische Kommunikation für den Spitzen- und Breitensport. Gerade einmal 6000 Fans gefällt der weltgrößte Tennisverband auf Facebook.

Die größte Chance für ein Comeback liegt dabei in den Händen der Landesverbände: Aus vielen Einzelinteressen muss endlich ein Team werden, das sich in den Dienst des Sports stellt und Sponsoren, Fans und Mitglieder aktiv zurückerobern will.

Raphael Brinkert ist Mitinhaber der Agentur Jung von Matt/Sports.

Raphael Brinkert ist Mitinhaber der Agentur Jung von Matt/Sports.

Wie das geht, zeigt nicht nur die Sparkasse mit einem nationalen Erscheinungsbild und nationalen Kampagnen, sondern auch das Handwerk mit der Kampagne „Die Wirtschaftsmacht. Von Nebenan.“ In den meisten der 9000 Tennisklubs sollten sich viele Banker, Tischler Co. finden lassen, die berichten können, wie sich Image positiv wandeln lässt.

Der Autor: Raphael Brinkert ist Mitinhaber der Agentur Jung von Matt/Sports.

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