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31.08.2015

21:39 Uhr

Der Werber-Rat

Über die Pflege digitaler Urlaubsbräune

VonFranziska von Lewinski

Vielen, die dieser Tage aus dem Urlaub zurückkehren, graut es vor dem digitalen Postfach. Hunderte Mails müssen durchgeschaut werden. Aber wie pflege ich die digitale Urlaubsbräune, wenn ich wieder zurück im Alltag bin?

Das digitale Postfach ist bei vielen nach dem Urlaub prall gefühlt. dpa

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Das digitale Postfach ist bei vielen nach dem Urlaub prall gefühlt.

Es geht wieder los. Nicht, weil morgen pünktlich mit dem meteorologischen Herbstbeginn dunkle Wolken aufziehen sollen. Nein, vielen, die dieser Tage aus dem Sommerurlaub zurückkehren, graut es vielmehr vor dem Moment, in dem sie ihre Mails öffnen und eine hohe drei- bis vierstellige Ziffer die Zahl der ungelesenen Nachrichten ins Bewusstsein rückt. Sie in den Papierkorb zu befördern, frisst Zeit und Nerven. Nerven, deren Strapazierfähigkeit man doch gerade erst in der Ferienzeit durch konsequenten “Digital Detox“ revitalisiert hat - so nenne ich mal, quasi analog zur äußerlichen Urlaubsbräune, die innere Gelassenheit gegenüber dem üblichen “Always on“.

Franziska von Lewinski ist Vorstand der Agentur Fischer-Appelt.

Franziska von Lewinski

Franziska von Lewinski ist Vorstand der Agentur Fischer-Appelt.

Aber wie pflege ich diese digitale Urlaubsbräune, wenn ich wieder zurück im Alltag bin? Ich halte nichts davon, sich selbst ein digitales Verbot aufzuerlegen. Oft zieht die digitale Entgiftung das “FOMO“-Syndrom nach sich, gekennzeichnet durch eine bei manchem fast panische “Fear Of Missing Out“ - die Angst, etwas zu verpassen.

Wie bei einer richtigen Diät entsteht hier übrigens schnell ein Jojo-Effekt: Nach der zeitlich begrenzten, hart erkämpften Enthaltsamkeit lässt man sich gehen. Da ergibt es doch viel mehr Sinn, die Kontrolle zurückzugewinnen, seinen digitalen Rhythmus zu beherrschen und der “Master of Digital Interaction“ (MODI) zu sein.

Dazu sollte das Digitale sinnvoll in den Alltag integriert werden. Dabei hilft es, sich nicht vorzunehmen, ein Zeitfenster am Tag zu reservieren, an dem man online ist. Das Gegenteil führt zum Ziel: Konkrete Zeiten zu definieren, in denen das Smartphone definitiv aus bleibt. Und den Fokus auf das Hier und Jetzt legen. Keine digitale Ablenkung. Etwa bei den Mahlzeiten mit der Familie. Oder einem der wenigen Gespräche mit dem besten Freund. Oder bei Meetings. Nur dann erhalten wir unsere digitale Urlaubsbräune.

Die Autorin: Franziska von Lewinski ist Vorstand der Agentur Fischer-Appelt. Sie ist eine von sechs Kolumnisten, die an dieser Stelle im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

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