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21.12.2012

19:17 Uhr

Der Werber-Rat

We are a family

VonUli Mayer-Johanssen

Familiäre Werte erleben eine Renaissance. Gleichzeitig verwischen die Grenzen zwischen den Generationen. Dies sind Veränderungen, die auch Unternehmen und Marken interessieren sollten.

Eine jüngst veröffentlichte Studie der Zurich-Gruppe ergab, dass 85 Prozent aller Befragten die Familie als den „einzig wahren Sicherheitsanker“ betrachten. dpa

Eine jüngst veröffentlichte Studie der Zurich-Gruppe ergab, dass 85 Prozent aller Befragten die Familie als den „einzig wahren Sicherheitsanker“ betrachten.

Familie ist wieder en vogue. Ob Dolce & Gabbana, Aigle oder Ralph Lauren - sie alle zeichnen generationsübergreifende Momentaufnahmen von Idealfamilien, gut gekleidet, lässig und so harmonisch wie nie zuvor. Tommy Hilfiger, der schon immer eine gute Nase für gesellschaftliche Trends hatte, ist deshalb mit seiner preppy Mode so erfolgreich. Als eine der ersten Fashion-Brands inszenierte er 2011 unter dem Motto „Meet the Hilfigers“ einen fiktiven, modern gestylten Clan.

Nach Jahrzehnten der Abkehr von der Familie, in denen Selbstverwirklichung, persönliche Freiheit und die Sehnsucht nach der Fremde maßgeblich unsere Gesellschaft bestimmten, hat sich ein Wandel vollzogen. Eine jüngst veröffentlichte Studie der Zurich-Gruppe ergab, dass 85 Prozent aller Befragten die Familie als den „einzig wahren Sicherheitsanker“ betrachten.

Rituale und das Gefühl, einer besonderen Gemeinschaft anzugehören, prägen inzwischen auch das veränderte Bild der Familie, die zunehmend aus Freunden besteht. Eine Werteverschiebung hin zu Gemeinschaft, Gesundheit, Gerechtigkeit und Lebensqualität zeigt denn auch deutlich, wohin die Reise geht.

Uli Mayer-Johanssen ist Gründerin und Chefin der Markenagentur Meta-Design in Berlin.

Uli Mayer-Johanssen ist Gründerin und Chefin der Markenagentur Meta-Design in Berlin.

Der neue Community-Gedanke ist aber nicht nur eine Antwort auf die Unsicherheiten unseres Lebens. Längst haben sich klassische Kategorien wie „jung“ und „alt“ aufgelöst, wie Zukunftsforscher Matthias Horx gerade in einem Artikel der „Welt am Sonntag“ schrieb.

„Junge“ können biologisch alt sein, aber im Kopf jung. Und umgekehrt. Frauen mit 50 machen ihren Töchtern Konkurrenz. Die Grenzen lösen sich immer weiter auf und damit auch herkömmliche Bilder von Familie und Lebenswelten.

Nicht nur Modemarken leben davon, dass sie zu den Vorstellungen der Menschen passen. Gesellschaftliche Veränderungen finden in großen Zyklen statt, die nicht selten dazu führen, dass Dinge, die den Menschen wichtig sind, in veränderter Form wiederkehren. Weihnachten ist schon immer ein Fest der Familie gewesen.

Ein guter Moment, auch für Unternehmen, um den Menschen ins Zentrum zu stellen und Innovationen nicht ausschließlich aus der Perspektive der rationalen, technischen und wirtschaftlichen Machbarkeit zu betrachten. Was für ein Potenzial unterm Christbaum!

Die Autorin:

Uli Mayer-Johanssen ist Gründerin und Chefin der Markenagentur Meta-Design in Berlin. Sie ist eine von fünf Kolumnisten, die im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

Kommentare (1)

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mietmaul

22.12.2012, 07:48 Uhr

oh gott da geht die gute werberin mit dem dampfplauderer zukunftsforscher einen bund ein,is es schon ein clan...

vor allem in berlin sieht man die wiederkehr der familie, der kommune und der notgemeinschaft

die wenigen gutverdiener verlaufen sich in ihren gemächern und die familienfreundliche wohnform 1 - 2 zimmerwohnung schafft glück

aber wie wir von den sozialbehörden wissen landen immer mehr familien in hartz 4 und allgemein bekannt ist ebenso,daß das ungesicherte dasein vieler gut studierter "high potatoes" weder familie noch kinder erlauben.

zum fest ein bischen hohn fürs konsumentenkariat,wenn unsrer kolumnistin die heilige famlie durch den kopf schwebt,aber nur die erinnerung an ochs und eselin bleibt

frohes keinachten

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