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29.06.2015

20:55 Uhr

Der Werber-Rat

Wenn Skype das Reisebüro ersetzt

Ob eine Pauschalreise oder Kreuzfahren – die Möglichkeiten über das Internet Reisen zu buchen sind heute riesig. Konventionelle Reisebüros werden von Travelagents ersetzt und dafür braucht man nur Skype oder WhatsApp.

Mit virtuell erreichbaren Travelagents kann man sich per Skype oder WhatsApp austauschen. dpa

Das virtuelle „Reisebüro“

Mit virtuell erreichbaren Travelagents kann man sich per Skype oder WhatsApp austauschen.

Vor wenigen Tagen kam ich aus dem Urlaub im Allgäu zurück. Auf den „Allgäuer Berghof“ war ich per Onlinerecherche gestoßen. Die mobil optimierte Website mit dem dort präsentierten Angebot hatte mich sofort überzeugt. Es war so persönlich dort. Selbst eine Babybadewanne und Trinkflaschen wurden angeboten — mit den Namen meiner Kinder. Meine Begeisterung beweist: Ich gehöre zur Kategorie „Onlinebucher“ – wie fast 40 Prozent der Deutschen.

Noch gibt es in meiner Nachbarschaft ein konventionelles Reisebüro. Dort scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Es ist meistens leer. Aber es existiert. Die Zeit des Reisebüros müsste doch in Zeiten der Digitalisierung beendet sein, mag man denken. Tatsächlich sind in den vergangenen Jahren fast 3.000 Reisebüros geschlossen worden. Erstmals haben 2014 aber wieder an die 100 Reisebüros aufgemacht. Die sind meist spezialisiert. Es geht um Themenreisen wie Kreuzfahrten, Wandern oder Familienurlaub. Oder es sind Länderspezialisten etwa für Marokko oder Namibia.

Franziska von Lewinski ist Vorstand der Agentur Fischer-Appelt.

Franziska von Lewinski

Franziska von Lewinski ist Vorstand der Agentur Fischer-Appelt.

Die Datum-Ziel-Kosten-Reisenden brauchen den Reisebüro-Gemischtwarenladen nicht mehr. Vergleichsportale teilen den Markt unter sich auf. Was eine Begründung für die Neueröffnungen ist: Es geht nicht mehr um das „Büro“, es geht vor allem um die Beratung und Erreichbarkeit – egal wo. Wir werden in Zukunft persönliche, aber meist nur virtuell erreichbare Travelagents erleben. Mit ihnen kann man sich dann etwa per Skype oder WhatsApp austauschen.

Die Spezialisierung erlebt ein Revival. Selbst die Generation Y lässt sich helfen, um der Massen an Angeboten im Internet Herr zu werden. Es geht um Service, Spezialwissen und Inspiration. Und natürlich um Erreichbarkeit und Zugang zu den Angeboten auf allen Kanälen. Wer das verkennt und sich nur auf einen Kanal konzentriert, wird sein Waterloo erleben.

Die Autorin: Franziska von Lewinski ist Vorstand der Agentur Fischer-Appelt. Sie ist eine von sechs Kolumnisten, die an dieser Stelle im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

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