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29.08.2014

19:55 Uhr

Der Werber-Rat

Wie Deutschland wieder sportlicher werden kann

VonChristoph Metzelder

Fußball und Formel 1 – das sind die Sportarten, in denen Deutschland glänzt. Doch was ist mit den anderen? Warum führt sie in der größten Volkswirtschaft Europas ein Schattendasein? Eine Lösung kommt aus Großbritannien.

Teilnehmer des Elite-Rennens Cyclassics in Hamburg. In Deutschland fehlt es an ausreichender Sportförderung. dpa

Teilnehmer des Elite-Rennens Cyclassics in Hamburg. In Deutschland fehlt es an ausreichender Sportförderung.

Der Rückstand im Sport liegt zum einen an der mangelnden Förderung der Spitzensportler: Die Förderung reicht schon lange nicht mehr aus, um Athleten neben besten Trainingsbedingungen auch ein Leben über dem Existenzminimum zu gewähren. Kein Wunder, dass die Karriereentscheidung von ambitionierten Athleten immer häufiger zulasten des Sports fällt.

Ein guter Grund, den für Ende des Jahres geplanten Start der Deutschen Sportlotterie zu unterstützen. Vorbild ist die UK Lottery, die im Zeitraum von 2008 bis 2012 über 200 Millionen Euro an Einzelförderungen an britische Sportler ausschüttete, die es bei den Sommerspielen 2012 in London mit 65 Medaillen eindrucksvoll zurückzahlten.

Ein Projekt, welches durch die politische Entscheidung für eine Bewerbung für die Olympischen Sommerspiele von Hamburg oder Berlin 2024 Anfang Dezember dieses Jahres Rückenwind erlangen sollte. Mehr als 40 Jahre nach den Spielen von München 1972 sollen die Spiele endlich wieder nach Deutschland kommen. Die olympischen Sportarten erhoffen sich analog den Positiverfahrungen von London 2012 ein Konjunkturprogramm, wie die Briten es durchexerziert haben.

Die Hoffnung in Hamburg und Berlin ist groß, dass man besser vorbereitet in den nationalen und internationalen Wahlkampf geht, als zuletzt in München für 2018. Bei dem Volksentscheid in München konzentrierte man sich darauf, bekannte Spitzensportler wie Katharina Witt, Franz Beckenbauer oder Philipp Lahm in die Kommunikation einzubinden. Der Landwirt aus dem Allgäu, der Bäcker in Berchtesgaden und der Kioskbesitzer aus München sahen das offensichtlich anders.

Wir sollten nicht nach Rio, Sotschi, Pyeongchang und Tokio schauen und mit dem Finger auf wirtschaftliche, ökonomische und politische Fehler zeigen. Wir sollten unsere Antwort auf unseren Plätzen geben: Mit neuen mutigen Wegen bei der Sportförderung. Mit einer Kommunikation, die nicht nur Sportler, sondern auch Bürger begeistert. Und mit einem Konzept für 2024, welches dem Gigantismus mit einer nachhaltigen und wieder auf den Geist der olympischen Spiele reduzierten Veranstaltung ein Ende setzt. Und damit als Vorbild für einen Neuanfang steht.

Der Autor:
Christoph Metzelder ist Mitinhaber der Agentur Jung von Matt/Sports. Der Ex-Fußballprofi ist einer von sechs Kolumnisten, die an dieser Stelle im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

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