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17.05.2013

08:28 Uhr

Der Werber-Rat

Wieso Groupon scheitert

VonUli Mayer-Johanssen

Nach dem Hype um Schnäppchenportale ist Ernüchterung eingetreten. Denn Rabatte locken primär Gelegenheitskäufer - langfristige Erfolge für die Marke bringen sie nicht. Deshalb sind die Zahlen der Billigheimer tiefrot.

Groupons Prinzip: Lokale Rabattgutscheine. dpa

Groupons Prinzip: Lokale Rabattgutscheine.

Als Ende 2011 das US-Unternehmen Groupon einen glänzenden Börsengang hinlegte, glaubten noch viele, dass Schnäppchenportale "the next big thing" im Internet-Geschäft würden. Neben Groupon gab es in kürzester Zeit zahlreiche Nachahmer wie Dailydeal und Coupies. Das Geschäftsmodell war denkbar einfach: Mit Rabatten und Gruppendeals konnten Verbraucher Dienstleistungen und Produkte für einen Bruchteil des ursprünglichen Preises erwerben. Nach einer Untersuchung des Verbands Bitkom haben bis Ende 2012 allein in Deutschland neun Millionen Verbraucher Rabattgutscheine von Unternehmen wie Groupon genutzt.

Was zunächst als Geschäft mit lokalen Anbietern wie Restaurants und Kosmetikstudios begann, weitete sich in Windeseile auf nationale Angebote aus. Selbst klangvolle Namen wie McDonald’s, Otto, Dell und Sky TV boten über Schnäppchenportale an. Nach dem ersten Hype macht sich jedoch Ernüchterung breit. Groupon schreibt tiefrote Zahlen. Google ist knapp eineinhalb Jahre nach der Übernahme beim deutschen Hauptwettbewerber Daily Deal wieder ausgestiegen. Die Rabattportale kämpfen um Kunden — und ums Überleben. Wie die Portale Geld verdienen wollen, ist völlig unklar.

Uli Mayer-Johanssen ist Gründerin und Chefin der Markenagentur Meta-Design in Berlin.

Uli Mayer-Johanssen ist Gründerin und Chefin der Markenagentur Meta-Design in Berlin.

Dabei ist es wenig erstaunlich, dass das Rabatt-Business langfristig ein Minus-Geschäft ist. Denn statt in langfristige Kundenbeziehungen zu investieren, locken die Portale mit ihren Gutschein-Rabatten Schnäppchenjäger an, die sich von Rabatt zu Rabatt hangeln. Eine US-Studie ergab, dass 42 Prozent der Unternehmen Couponing über Portale nicht wiederholen würden. Denn - so zeigt eine weitere Studie - Rabattgutscheine führen nicht zum Zuwachs des Geschäfts. Die Neukunden werden nicht langfristig gebunden, bestehende Kunden nutzen die Rabatte, um günstiger Angebote nutzen zu können.

Wer allein auf den Preis setzt, wird als Unternehmen und Marke immer austauschbarer. Darüber hinaus nimmt sich das Unternehmen sukzessive die Möglichkeit, in Produkte und Dienstleistungen zu investieren, um auch künftig im Wettbewerb zu überzeugen. Der Preis ist hoch, denn die Marken setzen ihren festen Platz in Kopf und Herz der Menschen aufs Spiel.

Die Autorin:

Uli Mayer-Johanssen ist Gründerin und Chefin der Markenagentur Meta-Design in Berlin. Sie ist einer von fünf Kolumnisten, die im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

Kommentare (6)

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maximilian@baehring.at

17.05.2013, 09:21 Uhr

Es ist die einzige Möglichkeite die Wirkungen von Marketingmanahmen "Response" zu messen. OSlche Coupons können nämlich je nach Werbeträger individuell egtsaltte werden. Und es ist die einzige Möglichkeit den Kunden bewußt die mÖglichkeit zu geben Teil vo marktofrschung zu sein oder nicht. Ich jedenfalls halte es für problematsiche wenn beispielsweise bei der Umorientierungs-Jobsuche im Internet mein Anshcluß rückverfolgbar ist oder welche Stellenangebotswebsieten ich mir anschaue eventuell für meinen bisherigen Arbeitgeber am Firmengateway ersichtlich ist.

wolfi

17.05.2013, 10:27 Uhr

tja, voll daneben die Aussage, dass sich das für die Unternehmen nicht lohnt.
was ist denn mit der Werbereichweite?
und welches Unternehmen bekommt schon die Möglichkeit, mögliche Interessenten im direkten Kundenkontakt mit Leistung und Service zu überzeugen?
es eignet sich bestimmt nicht für alle Branchen und Produkte, aber intelligent genutzt können bestimmte Unternehmen davon profitieren.
also bitte erstmal nachdenken und dann irgendeinen pauschalen Quatsch schreiben, Frau M-J.

tfr

17.05.2013, 11:03 Uhr

der Artikel greift zu kurz. Gerade in der heutigen Zeit der vielen Ich-AGs, also Personen die als Einzelkämpfer Dienstleistungen anbieten, tritt ein Problem vermehrt auf: die Ich-AGs haben ein Marketing Problem. Im B2C Bereich sind Groupon & Co daher ein guter Weg, an Kunden zu kommen. Für Unternehmen, die über ein prall gefülltes Marketing Budget verfügung, sind die Schnäppchenportale natürlich komplett uninteressant.

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