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13.10.2015

21:20 Uhr

Der Werber-Rat

Win-win beim Berlin-Marathon

VonArmin Jochum

Wenn es um Sportevents geht, dürfen natürlich bestimmte Sportausstatter nicht fehlen. So ist zum Beispiel Adidas mit seinem Fitness-Armband beim legendären Berlin-Marathon präsent – ein genialer Marketing-Schachzug.

Viele Hersteller setzen auf Fitness-Armbänder. Für die Teilnehmer des alljählrichen Berlin-Marathon gibt es das MiTime-Armband von Adidas. ap

Fitness-Armbänder sind ein großer Trend

Viele Hersteller setzen auf Fitness-Armbänder. Für die Teilnehmer des alljählrichen Berlin-Marathon gibt es das MiTime-Armband von Adidas.

Wer an Berlin denkt, mag an allerhand denken. An Schwaben in Prenzlberg, nicht fertig werdende Flughäfen und eine zuweilen ganz erstaunliche Klubszene. Einmal im Jahr schickt sich die Hauptstadt an, Facebook zu erobern. Denn jedes Jahr im September ist der mittlerweile schon legendäre Berlin-Marathon. Und nicht wenige verkünden in sozialen Netzwerken sehr stolz ihren Lauf-Erfolg.

Armin Jochum ist Vorstand Kreation und Co-Gründer der Agentur Thjnk.

Armin Jochum ist Vorstand Kreation und Co-Gründer der Agentur Thjnk.

Unlängst traf ich einen alten Freund und durfte sein neonfarbenes Armband bestaunen, mit dem er so lange vor meiner Nase herumwedelte, bis ich ihn endlich fragte, was es damit auf sich habe. „Das ist von Adidas, das bekommt man beim Berlin-Marathon. Und, schau mal, wenn man dann in den Store geht, prägen die dann die gelaufene Zeit ein.“

Lange starrte ich bewundernd auf das Gummi-Kleinod. Und verneigte mich insgeheim vor diesem genialen Marketing-Schachzug des Herzogenauracher Sportartikelherstellers. Was für eine schlaue Idee! Jeder Marathonläufer hat sich sein Ergebnis hart erarbeitet, nicht wenige trainieren monatelang, damit diese großartige Leistung überhaupt möglich wird. Nicht aufgeben, weitermachen. Um am Ende vielleicht sogar in erstaunlicher Zeit über die Ziellinie zu laufen. Für jeden, der es geschafft hat, unvergesslich.

Diese Erfahrung nun sehr eng mit einer Marke zu verbinden, ist von maximaler multiplikatorischer Kraft. Der Held geht ins Geschäft und bekommt sein Bändchen personalisiert. Natürlich ist der Besuch im Store wieder mit dem Erlebnis verknüpft - und nicht wenige werden nicht nur mit ihrem Neonband, sondern gleich mit großen Einkaufstaschen das Geschäft verlassen. So werden aus Kunden Fans und aus Fans schnurstracks Markenbotschafter.

Meine persönliche Bestzeit liegt übrigens bei 45 Minuten. Für sechs Kilometer. Ich werde noch sehr lange auf so ein Bändchen warten müssen.

Der Autor: Armin Jochum ist Vorstand Kreation und Co-Gründer der Agentur Thjnk. Er ist einer von sechs Kolumnisten, die an dieser Stelle im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

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