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07.09.2015

20:53 Uhr

Der Werber-Rat

Youtube killed the TV-Star?!

VonFranziska von Lewinski

Zu Beginn als Katzenvideoportal verspottet, ist Youtube zum weltweiten Imperium mit Qualitäts-Content und Publisher-Netzwerken geworden. Nun will das Portal zum TV werden und davon könnte nicht nur Youtube profitieren.

Es ist erstaunlich, welchen Weg das Portal gegangen ist. Heute ist Youtube gleich TV. dpa

Youtube

Es ist erstaunlich, welchen Weg das Portal gegangen ist. Heute ist Youtube gleich TV.

Was haben die Youtuber Sami Slimani, Joyce und Le Floid gemeinsam? Sie sind oder waren Motive von Youtube-Plakatkampagnen, die jetzt und im Herbst letzten Jahres liefen. Youtuber an Haltestellen auf Plakaten bewerben? Ein bisschen seltsam?

Auf den Plakaten steht die Anzahl der Abonnenten, welche den Kanal des jeweiligen Youtube-Stars verfolgen. Innerhalb eines Jahres konnte Sami Slimani 42 Prozent neue Abonnenten gewinnen. Joyce bringt es nach zehn Tagen Laufzeit auf zehn Prozent Zuwachs und Le Floid auf 2,3 Prozent.

Franziska von Lewinski ist Vorstand der Agentur Fischer-Appelt.

Franziska von Lewinski

Franziska von Lewinski ist Vorstand der Agentur Fischer-Appelt.

Um Reichweitensteigerung der Youtuber geht es hier also nicht. Ein Blick auf die Tweets zum Google-Markenevent „Brand Re:Imagined“ Mitte letzter Woche in Berlin offenbart die Absicht. Jetzt geht es an die großen Werbebudgets. Youtube ist gleich TV. Also kostet Werbung auf Youtube in Zukunft am besten so viel wie im Fernsehen. Und weil bei vielen Marketingentscheidern Namen wie Nilam oder Die Lochis noch nach Freunden der eigenen Kinder klingen, müssen die Youtuber raus auf die Straße.

Es ist erstaunlich, welchen Weg Youtube gegangen ist. Von der Medien-Meinungsavantgarde als Katzenvideoportal verspottet, wurde es zum weltweiten Imperium mit Qualitäts-Content, Publisher-Netzwerken und Kooperationen mit Studios und Sendern. Nur zu rechnen scheint sich das Ganze immer noch nicht richtig. Rote Zahlen schreibt das Portal angeblich weiterhin.

Ob die „Youtube = TV“-Strategie aufgeht, wird sich zeigen. Zu viel der Vorschaltwerbung vor den Videos wird heute einfach weggeklickt, weil sie vom User als störend empfunden wird. Hier sind die Kreativen gefordert, mehr aus den fünf Sekunden zu machen, die heute ausreichen müssen, damit Zuschauer weitergucken. Wenn das gelingt, verdient Youtube automatisch mehr Geld. Ganz ohne Plakatkampagnen.

Die Autorin: Franziska von Lewinski ist Vorstand der Agentur Fischer-Appelt. Sie ist eine von sechs Kolumnisten, die an dieser Stelle im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

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