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26.01.2005

07:17 Uhr

Detektiv bleibt auf Honorar sitzen

Observieren von Partnerin ist sittenwidrig

Ein neues Urteil des Amtsgerichts (AG) Siegburg bringt die Detektivbranche in die Bredouille.

HB/crz GARMISCH. Der Grund: Lässt ein Mann seine Lebensgefährtin von einem Detektiv rund um die Uhr beschatten, um herauszufinden, ob sie ein Verhältnis hat, ist der zu Grunde liegende Detektivvertrag sittenwidrig.

Konsequenz: Der Detektiv bleibt auf seinen Kosten sitzen. Die Beschattung wertete das Gericht als schweren Eingriff in das Persönlichkeitsrecht. Nach dem Grundgesetz habe jeder Bürger das Recht, sich in der Öffentlichkeit auch in einem mentalen Sinn "frei" zu bewegen.

Das schließe ein, so das AG, dass der Einzelne weder durch staatliche, noch durch private Stellen "auf Schritt und Tritt" verfolgt werde. Einen Rechtfertigungsgrund für die Observation sah das Gericht ebenfalls nicht. Denn die Partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft schuldeten sich keine Treue. AG Siegburg, Az.: 4 C 805/03

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