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18.11.2011

14:43 Uhr

Deutsche Bank

Ackermann will bis Mai Chef bleiben

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann bezeichnet Forderungen nach seinem vorzeitigen Abgang als „frei erfunden“. Er werde das Geldhaus wie geplant bis Mai leiten - das sei auch vom Aufsichtsrat so gewünscht.

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank AG, Josef Ackermann, bezeichnet Berichte um seinen vorzeitigen Abgang als „frei erfunden“. dapd

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank AG, Josef Ackermann, bezeichnet Berichte um seinen vorzeitigen Abgang als „frei erfunden“.

FrankfurtDeutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hat Spekulationen über einen vorzeitigen Rücktritt zurückgewiesen. Dass einige Vorstandskollegen in der jüngsten Sitzung seinen Abgang schon vor der Hauptversammlung im Mai 2012 gefordert hätten, sei „frei erfunden“, sagte Ackermann am Freitag am Rande einer Finanzkonferenz in Frankfurt. „Ich habe die Sitzung geleitet. Ich habe nichts von dem gehört, da können Sie auch die anderen Kollegen fragen.“ Auf die Frage, ob er die Geschäfte von Deutschlands größtem Geldhaus wie geplant bis Mai leiten werde, antwortete der Schweizer: „Absolut. Das wird vom Aufsichtsrat auch so gewünscht.“

Wie das „Handelsblatt“ zuvor berichtet hatte, steigt der Druck auf Ackermann, vorzeitig seinen Sessel zu räumen. Ein Top-Banker des Hauses sagte: „Eine Stabsübergabe nach der Bilanz-Pressekonferenz wäre das Richtige.“ Die Bilanz-Pressekonferenz ist im Februar. Nach den bisherigen Plänen des Konzerns - über Monate mühsam ausgehandelt - soll Ackermann im Mai das Ruder an die neue Doppelspitze übergeben: Top-Investmentbanker Anshu Jain und Deutschland-Chef Jürgen Fitschen.

Die Übergabe werde Anfang 2012 eingeleitet, bekräftigte die Deutsche Bank am Freitag noch einmal. Ursprünglich sollte das Duo zu seinem Führungstrio ausgebaut werden - mit Ackermann an der Aufsichtsratsspitze. Doch seit seinem überraschenden Verzicht auf einen Wechsel in das Kontrollgremium zu Wochenbeginn gilt Ackermann als angezählt. Der Schweizer begründete seine Entscheidung damit, dass er in der Euro-Schuldenkrise nicht genug Zeit habe, bei Investoren für seine umstrittene Kandidatur zu werben.

Aber auch die Ermittlungen der Münchener Staatsanwaltschaft gegen Ackermann im Zusammenhang mit dem Prozess des mittlerweile verstorbenen Medienmoguls Leo Kirch gegen die Bank dürften die Pläne am Ende torpediert haben. Neuer Chefkontrolleur soll nun Allianz-Vorstand Paul Achleitner werden. Die Ära Ackermann geht damit bei der Deutschen Bank schneller zu Ende als gedacht.

Von

rtr

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