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11.06.2011

09:15 Uhr

Deutsche Bank

Finanzkrise wird zur Gefahr für Jains Karriere

VonRolf Benders, Robert Landgraf, Peter Köhler

Nach einem neuen Untersuchungsbericht zur Finanzkrise wartet die Deutsche Bank auf eine Vorladung der Staatsanwaltschaft. Für die Karriere des Star-Investmentbankers Anshu Jain könnte das den Ruin bedeuten.

Anshu Jain könnte sich nach einer Anklage gegen die Deutsche Bank nur noch wenig Hoffnung auf eine Nachfolge Ackermanns machen. Quelle: dpa

Anshu Jain könnte sich nach einer Anklage gegen die Deutsche Bank nur noch wenig Hoffnung auf eine Nachfolge Ackermanns machen.

New York/FrankfurtLange sah sich die Deutsche Bank und ihr Investment-Banking in den USA als Gewinner der Finanzkrise. „Wir haben eine weiße Weste und kein Geld vom Staat genommen, das hilft uns jetzt nach der Krise“, bekam nahezu jeder zu hören, der sich in den vergangenen gut zwei Jahren an der noblen Adresse 60 Wall Street mit dem Topmanagement traf. Auf einer Welle der Sympathie wollte man an den anderen großen Investmentbanken vorbeisurfen.

Und in der Tat: Weil sich Wettbewerber wie Lehman Brothers und Bear Stearns selbst erledigt hatten und der Wall-Street-Primus Goldman Sachs unter dem Image des Oberbösewichts der Finanzkrise litt, zogen die Deutschbanker eine Reihe lukrativer Deals an Land.

So betraute etwa der in der Krise verstaatlichte Versicherungskonzern AIG die Frankfurter mit der Platzierung ihrer Asientochter AIA am Kapitalmarkt. Endlich, so schien es, war die Deutsche Bank, die sich 1998 mit dem Kauf von Bankers Trust an die Wall Street gewagt hatte, richtig in der US-Finanzszene angekommen.

Doch die Erfolgswelle könnte schneller verebben, als es der Deutschen Bank lieb ist: Statt Sympathiebekundungen sieht sich die Bank einer wachsenden Zahl von Klagen gegenüber. Zunächst waren es nur ein paar Kommunen, die wegen der Verstrickung der Bank in den Subprime-Sumpf vor Gericht zogen. Doch kürzlich erhob das mächtige US-Justizministerium Milliardenklage wegen erschlichener Hypothekengarantien.

Und es könnte noch schlimmer kommen: Ein Untersuchungsbericht des Senats erhebt die Deutsche Bank faktisch auf die gleiche Stufe wie Goldman Sachs, den Lieblingsschuldigen der US-Politik für die gesamte Finanzkrise. „Der Senatsreport ist eine kristallklare Anleitung für Strafverfolgungsbehörden, wie man gegenüber den Banken vorgehen muss“, sagte Andrew Stoltman, prominenter Anwalt für Wirtschaftskriminalität aus Chicago.

Und diese Anleitung scheint der Manhattaner Staatsanwalt Cyrrus Vance nun abzuarbeiten. Vergangene Woche erging eine Vorladung (Subpeona) an Goldman Sachs. Nun zittert man bei der Deutschen Bank, die nächste Vorladung aus dem Hause Vance könnte bei ihr eintrudeln. Experten sind sich ziemlich sicher, dass das auch passieren wird. „Die Deutsche Bank ist als Nächste dran, wenn sie nicht schon eine erhalten hat“, sagte Stoltman. Angesichts der Prominenz, mit der das Institut in dem Senatsreport vorgekommen sei, wäre er geschockt, wenn es anders käme.

Die Deutsche Bank wollte sich auf Anfrage nicht dazu äußern, ob sie bereits eine Vorladung erhalten habe. In Finanzkreisen hieß es jedoch, dies sei bislang nicht der Fall.

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

11.06.2011, 09:31 Uhr

Ackermann, Jain & Co. werden sich, wenn dieser ganze kriminelle,menschenverachtende Hokus Pokus den sie mit aufgebaut haben, den jetzigen Machthabern um die Ohren fliegt wohl ganz gewaltige Sorgen machen müssen und die um ihr Geld werden da wohl die kleinsten sein.

Sobald dieser Staat aus den Händen einer das Goldene Kalb umtanzenden Politikerbande genommen ist, werden hier einige vor Gericht kommen. Dann werden sie sich verantworten müssen und vermutlich eine mehrfach lebenslange Haftstrafe erhalten. Nach den Gesetzen, die auch schon heute gültig sind.

Zahlmeister

11.06.2011, 09:48 Uhr

Nicht nur die Banker sondern auch eine ganze Reihe von Politikern wird vor Gericht landen und zur Verantwortung gezogen werden. Wenn sie so weitermachen, auch die derzeitigen Mitglieder des Bundesverfassungsgerichtes.

Diaspora

11.06.2011, 10:05 Uhr

"Der Lasterhafte ist der politische Feind der Freiheit, er ist ihr umso gefährlicher, je größer die Dienste sind, die er ihr scheinbar erwiesen."
Aber wer ist denn bitte ohne Laster?? Eure linken oder rechten Revolutionsführer?? Denkt ihr wirklich, dass sich etwas ändern würde wenn solche Leute an die "Macht" kämen. Jeder Mensch nutzt seine Macht aus, welche ihm gegeben wurde -das liegt in unseren Genen.
Die "neuen" Führer würden noch so viele Reiche hinrichten (heute symbolisch) lassen, damit der "Pöbel" die fresse hält. Aber am Ende würde das Volk trotzdem nicht satt werden.
"Das Volk ist wie ein Kind, es muss alles zerbrechen, um zu sehen, was darin steckt."

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