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04.12.2014

15:08 Uhr

Deutsche Bank & Co.

Großbanken unter Beobachtung

VonPeter Köhler

Die Risiken der Banken steigen, weil der Staat im Notfall nicht mehr zahlen will – Aktionäre müssen dann bluten. Die Ratingagenturen reagieren: Fitch kündigte an, die Bonität der Deutschen Bank herabzustufen.

Wegen der unterstellten Staatshilfe wurden die meisten Großbanken von den Ratingagenturen bisher besser bewertet, als es ihrer eigenen Finanzkraft entspräche. So auch die Deutsche Bank. Reuters

Wegen der unterstellten Staatshilfe wurden die meisten Großbanken von den Ratingagenturen bisher besser bewertet, als es ihrer eigenen Finanzkraft entspräche. So auch die Deutsche Bank.

Frankfurt.Des einen Freud ist des anderen Leid. Während die Steuerzahler in Zukunft mit den neuen Abwicklungsplänen innerhalb der EU für Bankenrettungen nicht mehr zur Kasse gebeten werden sollen, wächst gleichzeitig die Gefahr für die Aktionäre und Anleihebesitzer. Im Fall der Fälle müssen sie bluten. Die drei führenden Ratingagenturen - die den Investoren verpflichtet sind - reagieren deshalb. Sie überprüfen die Bonität der Großbanken: Im nächsten Jahr sind für viele Häuser Herabstufungen zu erwarten. Bei als systemrelevant geltenden Banken steht auch die Deutsche Bank im Fokus.

Die Ratingagentur Fitch kündigte jetzt an, sie werde den deutschen Branchenprimus nach derzeitigem Stand im ersten Halbjahr 2015 auf „A“ von „A+“ herunterstufen, was noch einer guten Qualität entspricht. Grund dafür sei die wegfallende Unterstützung des Staates infolge der neuen EU-Regeln zur Bankenabwicklung, die Deutschland bereits 2015 vorzeitig umsetzen will. Künftig sollen primär Gläubiger und Aktionäre für die Abwicklung einer Bank zahlen. Bisher profitierte die Bank davon, dass sie der Staat bei einer Schieflage nicht fallen lassen konnte, weil eine Pleite das Finanzsystem gefährden würde. Die meisten Großbanken-Ratings sind wegen der unterstellten Staatshilfe bisher höher als die Einstufung für die eigene Finanzkraft. Diese Differenz falle bei der Deutschen Bank nun weg, so Fitch.

Auch die Ratingexperten bei Standard & Poor's (S & P) stellen die Bonitätsnoten für Banken in Deutschland, Österreich und Großbritannien auf den Prüfstand. Allerdings wollen sie noch weitere Details und Einzelheiten zur technischen Umsetzung abwarten, bis sie sich im kommenden Jahr auf einen Zeitplan für Ratingaktionen festlegen. Wenn die staatliche Unterstützung weniger berechenbar werde, wichtige Fragen in diesem Zusammenhang aber noch offenblieben, dann würden die relevanten Ratings auf die Überprüfungsliste gesetzt mit voraussichtlich negativen Folgen.

Kommentare (1)

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Herr Thomas Hobmaier

04.12.2014, 16:27 Uhr

Warum kommt dies so spät ????
Die Aktionäre sollten sich nun zusammenschliessen und den Banken Wind hinter den Hintern feuern.
Es gibt dass AktG, wo der Vorstand und der Aufsichtsrat für sein Verhalten zur Rechenschaft gezogen werden muss.
Doch die Realität sieht beklemmend aus. Die "unabhängige Rechtsprechung" ist sehr, sehr . . . bankenfreundlich gestimmt.
Das muss sich ändern, sondt müsste gegen die Rechtsprtechung zu Felde gezogen werden, gem. StGB § 258a i.V.m § 13 StGB und BGB § 839 i.V.m. Art. 34 GG und Art. 33 GG; § 2 BBG und §§ 2 - 10 BRRG.
Aber davor erst einmal die Vorstände und Aufsichtsräte fassen.

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