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30.01.2012

11:32 Uhr

Deutsche Bank

Welcome, Mr. Jain!

VonTino Andresen

Für Anshu Jain wird sich als Co-Chef der Deutschen Bank einiges ändern. Bisher war London der Mittelpunkt seines Wirkens. Jetzt steht er im Zentrum der deutschen Öffentlichkeit. Es ist kein herzliches Willkommen.

DüsseldorfAlfred Herrhausen, Hilmar Kopper, Rolf-E. Breuer - so liest sich die Liste der Deutsche-Bank-Chefs. Schon als der Schweizer Josef Ackermann im Jahr 2002 an die Spitze des Geldhauses rückte, ging ein Aufschrei durchs Land. Jetzt wird er abgelöst: von Jürgen Fitschen - und Anshu Jain, einem Inder. Im Zuge der fortschreitenden Globalisierung ist das für einen weltweit aktiven Finanzkonzern wie die Deutsche Bank eigentlich der nächste logische Schritt.

Aber das Institut hat eben das Adjektiv „deutsche“ im Namen und in der Bundesrepublik eine Ausnahmestellung, die in der Charakterisierung als „das mächtigste Geldinstitut überhaupt, fast von der ganzen Welt“ des Kabarettisten Erwin Pelzig zum Ausdruck kommt. Jetzt rückt ein Nicht-Deutscher, ja im Gegensatz zu Ackermann sogar ein zunächst noch Nicht-Deutsch-Sprechender nach - was in der Ahnenreihe noch nicht vorgekommen ist.

An diesem Donnerstag wird Jain bei der Bilanzpressekonferenz der Deutschen Bank erstmals seit der Nominierung zusammen mit seinem designierten Chefkollegen Jürgen Fitschen und dem noch amtierenden Ackermann in der ersten Reihe sitzen. Und pünktlich zu Beginn dieser Woche macht der „Spiegel“ mit dem Titel „Die Zocker AG“ zu Deutschland größtem Geldhaus auf. Als treibende Kraft hinter den „dubiosen Geschäften der Deutschen Bank“ macht das Nachrichtenmagazin ausgerechnet Jain aus, den bisherigen Chef des zuletzt schwächelnden Investment-Bankings.

Eine Hypothek für ihn ist auch, dass Ackermann sich den ehemaligen Bundesbankpräsidenten Axel Weber als Nachfolger gewünscht hatte - auch aus Angst vor einer Wahrnehmung Jains als „Gierbanker“. Denn weil die Deutsche Bank in zahlreiche Prozesse verwickelt ist und sich mit etlichen brisanten Anklagen konfrontiert sieht, läuft Jain tatsächlich Gefahr dieses Etikett angeheftet zu bekommen.

Kommentare (15)

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Handelsblatt-Leser

30.01.2012, 12:05 Uhr

Sehr geehrter Herr Andresen,

vielen Dank für den Artikel.
Eine Anmerkung habe ich allerdings, Erwin Pelzig ist kein Komiker, wie oben beschrieben, sondern ein Kabarettist.
Der Unterschied ist wahrscheinlich so groß wie zwischen Journalist und Blogger, aber trotzdem.

Mit freundlichen Grüßen

zephyroz

30.01.2012, 12:58 Uhr

Bei aller Kritik der Deutschen Bank gegenüber, muß man Hr Jain doch zugestehen, ihn zunächst machen zu lassen und zu sehen, ob er es ernst meint mit der neuen Verantwortung.
Vielleicht erleben wir ja eine positive Überraschung. Daß er deutsch lernt, finde ich schon mal einen guten Anfang. Ich würde als DAX Vorstand jedenfalls penetrant deutsch reden in den Gesprächen mit ihm.
Vielleicht assimiliert Hr Jain auch die spezifisch deutschen Eigenschaften zB. des bankings mit kleineren Kunden (ref. Volksbanken) oder im Mittelstand (ref. Sparkasse) und versteht, daß dies Stärken sind und die Deutsche daran auch gut ehrliches Geld verdienen kann.
All das sollte man abwarten und ihn nicht gleich zur Hölle schicken.
Trotzdem bin ich mit dem Spiegel Artikel im Prinzip einverstanden, die Deutsche muss jetzt eben die Konsequnezne ziehen.

Oelblase

30.01.2012, 13:17 Uhr

" so wenig faktenunterlegt Sie auch immer argumentieren mögen "

Wie viele Gerichtsverfahren im Zusammenhang mit CDO's die Deutsche Bank in den letzten 4 Jahren verloren hat und wie viele Gerichtsverfahren noch anhängig sind...können Sie von mir nicht verlangen, dass ich das hier alles aufzählen werde.

Hauptgeschäftspartner der IKB war die Deutsche Bank. Mit CDO's wollte die IKB das ganz große Geld machen. Die Deutsche Bank hat Schrotthypotheken von Schrottimmobilien gebündelt und diese Creation a la indischer Taschentrickdieb an die IKB mit AAA-Bonität an die IKB verkauft.

Deswegen ist die IKB heute pleite.


Kennen Sie einen Inder, der was brauchbares entwickelt hat ?
Nicht dass ich es denen nicht zutrauen würde. Ich bin sogar davon überzeugt, dass sie das gleiche wie wir leisten können. Es liegt aber an der Kultur und Geschichte, dass es nicht so ist.


Sowas wie Aktienkultur und ähnlichen Scheiß fordern in Deutschland nur Leute, die das Licht der Welt mit ner Thora in der Hand erblickt haben. Dass deutsche Angestellte einen Teil ihrer Gehalts mit Aktien vergütet bekommen, das wissen diese aber mit allen Mitteln zu verhindern - wieso wohl ?


Und ihre sogenannte Meinung können Sie sich sonst wohin stecken. Unterstellungen und Beleidigungen sind keine eigene Meinung.

Dass die Deutsche Bank viele Kunden betrogen und Jain ein Finanzjongleur ist, der den ganzen rumzocken lässt, dazu brauchen ich nicht mal zu googeln oder eine Zeitung aufzuschlagen. Zum einen ist es logisch herleitbar - wie sonst würden die auf eine 25%-EK-Rendite kommen - und zum anderen kriegt man das über die Hirnwäschemaschinerie auch bekannt als "Medien" täglich mit.


Aber ich kann ihnen trotzdem dabei helfen ihr Weltbild zu vervollständigen:

googeln sie mal nach "Betrug Deutsche Bank Emissionsrechte Umsatzsteuerkarussell"


.... viel Spass ....

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