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09.09.2015

16:36 Uhr

Deutsche Börse

Asien-Expansion in der Warteschleife

Die Deutsche Börse verschiebt den Start ihrer Plattform Eurex Asia auf frühestens 2017. Laut Insidern sind die China-Turbulenzen und technische Probleme der Grund. Der Börsenkonzern selbst hält sich bedeckt.

Die Asien-Expansion der Deutschen Börse ist vorerst aufgeschoben. dpa

Eurex Asia startet frühestens 2017

Die Asien-Expansion der Deutschen Börse ist vorerst aufgeschoben.

FrankfurtDie Expansion der Deutschen Börse in Asien stockt. Wegen der Turbulenzen in China und technischer Probleme werde die geplante Eröffnung einer Derivatebörse und seines Abwicklungshauses in Singapur um rund 18 Monate verschoben, sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Ein Sprecher der Deutschen Börse äußerte sich nicht zum Zeitraum und den Gründen, bestätigte die Verzögerung aber grundsätzlich. „Die Deutsche Börse plant aus internen und externen Gründen, den Markteintritt von Eurex Asia auf 2017 zu verschieben.“ Umfang und Zielsetzung des Projekts blieben unverändert.

Die Plattform Eurex Asia, zu der die Derivatebörse und das Clearinghaus gehören, steht im Zentrum der Wachstumsstrategie der Deutschen Börse in der Region. Anfang Juni hatte das Unternehmen noch erklärt, dass sie im zweiten Quartal 2016 den Betrieb aufnehmen soll. Wegen der Turbulenzen in China, die andere Börsen in Asien und weltweit seit Wochen in Aufruhe versetzen, haben sich die Rahmenbedingungen für die Eröffnung von Eurex Asia zuletzt aber deutlich verschlechtert.

Hinzu kommt, dass Deutschlands größter Börsenbetreiber mit der Qualität seiner neuen Clearingsoftware C7, die beim Abwicklungshaus in Singapur eingesetzt werden soll, noch nicht zufrieden ist. „Da klemmt es bei einigen Tests noch“, sagte ein Insider. Deshalb seien weitere ausführliche Tests nötig, Verlässlichkeit sei wichtiger als Schnelligkeit. Die Deutsche Börse wolle sich vor der Aufsichtsbehörde in Singapur, mit der sie erstmals zusammenarbeite, nicht blamieren.

Die Deutsche Börse hat den Aufbau eines Clearinghauses in Singapur bereits 2014 angekündigt. Solche Abwicklungseinrichtungen stellen sich bei Geschäften zwischen Käufer und Verkäufer und springen ein, falls einer der Handelspartner ausfällt. Um die Transparenz und Sicherheit im Hunderte Billionen Dollar schweren Derivatemarkt zu erhöhen, wollen Aufseher rund um den Globus, dass künftig mehr Geschäfte über solche Clearinghäuser laufen.

Von Singapur aus will die Deutsche Börse ihre Fühler auch in andere asiatische Märkte ausstecken. Wegen mauer Wachstumsperspektiven in Europa setzt das Unternehmen schon seit einigen Jahren verstärkt auf Asien. Vom neuen Vorstandschef Carsten Kengeter, der seit gut drei Monaten an der Spitze des Unternehmens steht und etwas Chinesisch spricht, erhoffen sich Investoren dabei weitere Impulse. „Der deutliche Ausbau des Asien-Geschäfts ist ein maßgebliches Element der Unternehmensstrategie“, betonte der Firmensprecher.

Neben Eurex Asia hat die Deutsche Börse in Frankfurt im Frühjahr ein Gemeinschaftsunternehmen mit der größten chinesischen Börse Shanghai Stock Exchange und der China Financial Futures Exchange gegründet. Die „China Europe International Exchange“ soll Aktien, Anleihen und Indexfonds (ETFs) an internationale Anleger vertreiben. Auch das sei wegen der jüngsten Talfahrt der chinesischen Börsen alles andere als einfach, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person.

Von

rtr

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