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26.09.2014

16:03 Uhr

Deutsche Post

Express-Sendungen werden teurer

Die Deutsche Post dreht an der Preisschraube, Express-Sendungen über die Tochter DHL Express werden ab dem kommenden Jahr teurer. Unklar sind die Pläne der Post für das Briefporto.

Auch in anderen Ländern will DHL Express mehr verlangen. dpa

Auch in anderen Ländern will DHL Express mehr verlangen.

DüsseldorfExpress-Sendungen werden für Kunden der Deutschen Post im kommenden Jahr teurer. Die Tochter DHL Express werde die Preise in Deutschland 2015 um durchschnittlich 2,9 Prozent erhöhen, kündigte die Post am Freitag an. Aber auch in anderen Ländern will DHL Express mehr verlangen - diese „Preisanpassungen“ seien aber von Land zu Land unterschiedlich, je nach den Bedingungen vor Ort. Paketsendungen in der Bundesrepublik seien von der Preiserhöhung aber nicht betroffen.

Das Kerngeschäft der Sparte DHL Express umfasst internationale Kurier- und Express-Sendungen. „DHL Express passt jedes Jahr die Preise an, um die Inflationsrate und sonstige Kostensteigerungen in den mehr als 220 Ländern und Territorien zu berücksichtigen, in denen das Unternehmen tätig ist“, begründete der Bonner Konzern den Schritt.

Stärken und Schwächen Deutsche Post

Stärke: Profitabilität

Alle Sparten der Deutschen Posten arbeiten profitabel. Für 2013 rechnet Konzern-Chef Appelt mit einem Gewinn von 2,7 bis 2,95 Milliarden Euro. Besonders stark ist das Briefgeschäft, das 2012 gut ein Drittel am Gewinn ausmachte.

Stärke: Monopol-Stellung im Briefmarkt

Die Post hält 90 Prozent Marktanteil im deutschen Briefgeschäft. Damit ist sie unangefochten die Nummer eins. Das Briefgeschäft soll 2013 zwischen 1,1 und 1,2 Milliarden Euro Gewinn abwerfen.

Stärke: Paket-Geschäft

Die Post ist zwar Marktführer im Briefgeschäft, doch da immer mehr Privat- und Geschäftsleute die elektronische Kommunikation per E-Mail vorziehen, schrumpft der Markt für Papierbriefe seit 2000 stetig. Dafür läuft das Geschäft mit der Paketzustellung dank Internethandel umso besser. Millionen von Kunden bestellen Päckchen online – und schicken sie deutlich öfter als den Versandhändlern lieb ist wieder zurück.

Schwäche: E-Postbrief

Um der Abwanderung der Briefkunden ins Internet nicht tatenlos zuzusehen, startete die Deutsche Post im November 2010 den „E-Postbrief“ - eine rechtsverbindliche, vertrauliche und sichere Form der E-Mail, für die Nutzer 55 Cent pro Sendung zahlen sollen. Der E-Postbrief lässt sich außerdem ausdrucken und per Briefträger zustellen. Bislang nutzen ihn rund eine Millionen Privatkunden, 4000 Mittelständler und 150 Großkunden - deutlich weniger erhofft.
Auch beim elektronischen Briefverkehr der Bundesbehörden kam die Post nicht zum Zug. Diese elektronische Nachrichten müssen nach dem De-Mail-Standard verschlüsselt sein, den die Deutsche Telekom und 1&1 anbieten.

Schwäche: Cashflow

Obwohl die Post 2012 deutlich mehr Gewinn machte als im Vorjahr, wuchs die Nettoverschuldung auf rund zwei Milliarden Euro. Der Grund: Die Post musste Pensionsverbindlichkeiten von rund zwei Milliarden Euro finanzieren. Hinzu kam eine Umsatzsteuernachzahlung in Höhen von 482 Millionen Euro sowie eine Beihilferückforderung von rund 300 Millionen Euro. Die Beihilfen hatte der Staat nach der Post-Privatisierung für Beamtenpensionen gewährt, doch die EU-Kommission hielt sie für zu hoch.
In den ersten sechs Monaten des Jahres hat die Post ihren Cashflow gegenüber dem Vorjahr jedoch deutlich verbessert. Er stieg von -767 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2012 auf 99 Millionen Euro in 2013. Die Nettoverschuldung ist allerdings auf 2,8 Milliarden Euro gestiegen.

Schwäche: Teilweise ungedeckte Pensionsverpflichtungen

14,7 Milliarden Euro Pensionsverpflichtungen kommen auf die Post zu, mehr als 2,5 Milliarden Euro sind nicht gedeckt. Das heißt diese Summe ist weder in der Bilanz erfasst noch durch externes Fondsvermögen abgedeckt.

Schwäche: Hohe Konzernkosten

Rund 400 Millionen Euro kosten den Konzern sein Headquarter jährlich. Analysten halten die hohen Kosten für eine Erbschaft des ehemaligen Staatsunternehmens, das einst von Beamten geführt wurde. Zum Vergleich: Der Logistikkonzern Kühne + Nagel begnügte sich mit Verwaltungsaufwendungen von rund 110 Millionen Euro.

Chance: Einstieg im Fernreise-Markt

Zusammen mit dem ADAC startete die Post am 1. November 2013 den ADAC Postbus. Das neue Fernbusangebot soll schrittweise zu einem deutschlandweiten Netz ausgebaut werden. Bis zum Frühjahr 2014 will die gemeinsame Betreibergesellschaft rund 60 Fernbusse einsetzen und 30 deutsche Städte anfahren. Tickets gibt es über das Internet und in 5000 Postfilialen und ADAC-Geschäftsstellen.

Quelle: WiWo.de

Unklar ist aber noch, was die Post beim Briefporto für die Verbraucher in Deutschland plant. Hier wolle die Post „demnächst“ einen Antrag bei der Bundesnetzagentur für 2015 stellen, sagte ein Sprecher. Er wollte sich nicht dazu äußern, ob der Antrag bei der Aufsicht auf eine Erhöhung abzielen wird. Die Post hatte zu Jahresbeginn das Porto für den Standardbrief von 58 Cent auf 60 Cent erhöht. Auch bei Zusatzleistungen rund um das Einschreiben drehte der Konzern an der Preisschraube.

Von

rtr

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