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07.07.2015

12:23 Uhr

Deutsche Post

Kartellamt wirft Post Marktmissbrauch vor

Die Deutsche Post soll Treuerabatte mit Großkunden vereinbart und Konkurrenten somit kleingehalten haben. Das Bundeskartellamt straft den Briefkonzern daher ab. Die Post prüft eine Beschwerde.

Durch Marktabschottung soll die Deutsche Post verhindert haben, dass der Markt in Gang kommt. dpa

Deutsche Post

Durch Marktabschottung soll die Deutsche Post verhindert haben, dass der Markt in Gang kommt.

BonnOhrfeige für die Deutsche Post: Das Bundeskartellamt wirft dem Unternehmen vor, in der Vergangenheit seine marktbeherrschende Stellung im Bereich Briefdienstleistungen missbräuchlich ausgenutzt und dadurch Wettbewerber behindert zu haben. Das teilte das Bundeskartellamt am Dienstag zum Abschluss eines Missbrauchsverfahren in Bonn mit.

Die Post habe mit Großkunden Briefpreise und Treuerabatte vereinbart, die es anderen Briefdienstleistern unmöglich machten, ein wettbewerbsfähiges Angebot zu unterbreiten. Mittlerweile habe das Unternehmen die kritisierten Maßnahmen jedoch eingestellt. Im Laufe des Verfahrens hatte das Bundeskartellamt zuvor eine Abmahnung gegen das Unternehmen ausgesprochen. Ein Bußgeld wurde nicht verhängt.

Eine derartige Marktabschottung verhindere, dass der Wettbewerb in Gang komme, kritisierte Kartellamtspräsident Andreas Mundt. Der Bundesverband Briefdienste begrüßte die Entscheidung. „Das Bundeskartellamt hat dem wettbewerbsbehindernden Preisdumping der Deutschen Post einen weiteren Riegel vorgeschoben“, sagte Verbandschef Walther Otremba laut Mitteilung. In dem Bundesverband haben sich mehrere Post-Konkurrenten zusammengeschlossen.

Die Konkurrenten der Deutschen Post

DPD

DPD Deutschland gehört zur DPD Group, nach eigenen Angaben das zweitgrößte Netzwerk von Paketdiensten in Europa. Die Zentrale des Unternehmens mit 7500 Mitarbeitern ist in Aschaffenburg (Bayern). Im März 2015 kündigte der Paketdienst an, die Deutsche Post DHL mit einer einheitlichen europäischen Marke herauszufordern. So soll das Paketnetz europaweit auf 22.000 Stationen erweitern werden.

Quelle: dpa

Pin Mail AG

Bei dem Postdienstleister mit Sitz in Berlin dominiert die Farbe Grün - statt Post-Gelb. Die Firma hat rund 1150 Mitarbeiter und beförderte 1999 in der Hauptstadt die ersten Briefsendungen.

Hermes

Der international tätige Handels- und Logistikdienstleister ist ein Tochterunternehmen der Otto Group und beschäftigt rund 9000 Mitarbeiter in Deutschland. In Europa bewegte die Hamburger Firma im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben 530 Millionen Sendungen im Paket- und Logistikgeschäft. Deutschland gehört zu den Kernmärkten.

TNT

Das niederländische Unternehmen ist nach eigenen Angaben einer der weltweit führenden Anbieter von Expressdienstleistungen für Geschäftskunden. Dazu gehört die deutsche TNT Express GmbH mit Sitz in Troisdorf (Nordrhein-Westfalen) mit etwa 3700 Mitarbeitern. Im Jahr 2013 hatten die EU-Wettbewerbshüter eine Fusion mit dem US-Paketdienst UPS untersagt.

UPS

Der US-Paketdienstleister bezeichnet sich als der größte Express- und Paketzustelldienst weltweit mit rund 435 000 Mitarbeitern. Im April 2015 kündigte UPS-Deutschland-Chef Frank Sportolari in der „Wirtschaftswoche“ an, dass der Konzern eine Milliarde Euro in Europa investieren wolle - unter anderem in den Ausbau seiner Sortierzentren und in neue Paketshops.

Ein Post-Sprecher kündigte an, dass das Unternehmen nun eine mögliche Beschwerde beim Oberlandesgericht Düsseldorf prüfen werde. Der Konzern habe seine Geschäftsprozesse inzwischen umgestellt, die beanstandeten Fälle stammten aus der Zeit bis Ende 2013. Grundsätzlich bestreite das Unternehmen jedoch die Vorwürfe.

Von

dpa

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