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29.02.2012

15:21 Uhr

Deutscher Chefaufseher

Dieter Rampl scheitert bei Unicredit

Einer der einflussreichsten deutschen Banker im Ausland gibt auf: Dieter Rampl tritt als Chefkontrolleur der Hypovereinsbank-Mutter Unicredit völlig überraschend ab. Er konnte seine Personalpläne nicht durchsetzen.

Dieter Rampl tritt nicht wieder als Chefkontrolleur von Unicredit an. dpa

Dieter Rampl tritt nicht wieder als Chefkontrolleur von Unicredit an.

Mailand/MünchenIn einer ungewöhnlich knappen Mitteilung gab das Mailänder Kreditinstitut bekannt, der 64-jährige Dieter Rampl stehe nicht für eine dritte Amtszeit zur Verfügung. Gründe wurden nicht genannt. Sein Vertrag läuft im Mai aus. Ein Nachfolger steht noch nicht fest. Der Bank, die mit hohen Verlusten kämpft und gerade mühsam eine milliardenschwere Kapitalerhöhung durchgeboxt hat, droht damit eine Führungskrise.

Rampl, der die HVB 2005 als einstige Nummer zwei in Deutschland für satte 20 Milliarden Euro nach Mailand verkaufte, wollte trotz vieler Konflikte mit den lokalpolitisch geprägten italienischen Stiftungen im Eigentümerkreis der Unicredit eigentlich weitermachen, wie mehrere Personen aus seinem Umfeld der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch sagten. Er sei aber mit dem Plan gescheitert, den Verwaltungsrat, der momentan aus 22 Personen besteht, zu verkleinern und internationaler auszurichten. Die Stiftungen, die traditionell italienische Interessen in der Bank vertreten, hätten das verhindert.

Finanzkreisen zufolge dürfte es keine schnelle Entscheidung über die Rampl-Nachfolge geben. Dafür sei der Schritt, der für die Töchter HVB in München und Bank Austria in Wien kein gutes Signal sei, zu plötzlich gekommen, sagte ein Banker. Es könnte sogar fast bis zur Hauptversammlung im Frühling dauern, ergänzte eine andere Person aus dem Bank-Umfeld.

Die Stiftungen und auch die italienische Zentralbank drängten nun auf einen heimischen Kandidaten. Als möglicher neuer Verwaltungsratschef wurde unter anderem Fabrizio Palenzona, bisher einer der Rampl-Stellvertreter, genannt. Er vertritt die Stiftungen.

Rampl stand bereits 2010 kurz vor dem Rücktritt. Schon damals konnte er sich nicht mit seinen Personalvorstellungen durchsetzen, zwei Generaldirektoren hinter Bankchef Federico Ghizzoni zu etablieren, um die Balance zwischen dem italienischen Privatkundengeschäft und dem international ausgerichteten Investment-Banking zu halten. Bedacht wurde am Ende nur die Italien-Fraktion mit einem Generaldirektor.

Investment-Banking-Chef Sergio Ermotti verließ entnervt die Bank und rückte stattdessen an die Spitze der Schweizer UBS. Zuvor war bereits der langjährige Unicredit-Vorstandschef Alessandro Profumo, der aus einem Zusammenschluss italienischer Sparkassen mit zahlreichen Übernahmen wie der HVB eines der größten Geldhäuser Europas formte, zurückgetreten.

Ein Streitpunkt in der Bank ist immer wieder, wie stark der schwächelnde Heimatmarkt zusammengestrichen werden soll. Denn das Geld wird derzeit primär im Investmentbanking, das bei der HVB gebündelt ist, und im Osteuropageschäft erwirtschaftet, für das die Bank Austria zuständig ist.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Mafioso

07.03.2012, 08:11 Uhr

Daran krankt ganz Italien ebenso wie Griechenland: Um Posten kämpfen, auch wenn man an diesem Posten nichts bringt und erwirtschaftet, sondern nur einen Kostenfaktor darstellt. Hauptsache die eigenen Taschen werden gefüllt. Und da all diejenigen, die auch daran Interesse haben mitspielen, wird sich daran auch nichts ändern.

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