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01.02.2010

12:34 Uhr

Die Bibel fürs Büro

Wie Sie Ihren Arbeitsalltag entspannter meistern

VonUlrike Heitze

Wirtschaftswoche-Ressortleiter Jochen Mai hat es anscheinend mit der Kirche: Nach seiner Karriere-Bibel legt er jetzt die Büro-Alltags-Bibel nach. Sein Streifzug durch alle Höhen und Tiefen zwischen neun und 17 Uhr ist Ratgeber und Lesebuch in einem - für ein besseres (Über-) Leben im Büro und ein paar vergnügliche Stunden auf dem Sofa.

Die "Büro-Alltags-Bibel" von Jochen Mai. Pressebild

Die "Büro-Alltags-Bibel" von Jochen Mai.

DÜSSELDORF. Wissen Sie, wo der Weltrekord im Berufspendeln liegt? Nein? Bei 12 300 Meilen. Diese Strecke pendelte ein Brite 20 Jahre lang regelmäßig zu seinem Weingut in Neuseeland, bevor es ihm endgültig reichte und er dorthin umzog. Und war Ihnen klar, dass Mitarbeiter in einem Büro mit großen Spiegeln eifriger werkeln und hilfsbereiter sind als unbespiegelte Kollegen? Nun, wer so etwas immer schon mal wissen wollte, ist ein Fall für die Büro-Alltags-Bibel.

Nach seiner ersten heiligen Schrift, der Karriere-Bibel, hat sich Autor Jochen Mai, Ressortleiter beim Magazin Wirtschaftswoche und Betreiber des mittlerweile recht bekannten Online-Karriereblogs karrierebibel.de, in seinem neuen Buch die großen und kleinen Eigenarten und Widrigkeiten rund um Chefs, die lieben Kollegen und den eigenen kleinen Schweinehund vorgeknöpft. Er und mit ihm der Leser arbeiten sich dabei durch alle Phasen eines typischen Bürotags: Vom morgendlichen Aufrappeln inklusive Montagsblues über den täglichen E-Mail- und Sitzungsterror und das büro(un)taugliche Mittagsmahl bis hin zu Kollegen mit "Kannste mal eben für mich?"-Syndrom und der Anleitung für smartes Netzwerken.

Eine große Stärke des Buches ist die akribische und wortgewaltige Darstellung der Büroalltagsphänomene. Sehr genau beobachtet und niedergeschrieben, Wiedererkennung garantiert. Hurra, ich bin nicht allein in diesem strapaziösen Alltag. Da gibt es noch andere, denen es Tag für Tag genauso ergeht. An sich keine große Erkenntnis, aber ein gutes Gefühl und eine humorige Lektüre. Der Leser kann sich genüsslich und voll Selbstmitleid in den großen und kleinen Bürogräueln wälzen.

Echt fleißig war der Autor auch beim Zusammentragen von allerlei nützlichen wie überflüssigen, spannenden wie banalen Bonmots, Anekdoten, Studien und lebensnahen Beispielen zum jeweiligen Thema, wie etwa die eingangs erwähnten Erkenntnisse zu Berufspendlern und Bürospiegeln. Sehr dicht recherchiert würzen hunderte dieser kleinen Add-ons die einzelnen Kapitel. Das perfekte Material für den nächsten Partysmalltalk oder die anstehende Bürofeier. Das "Schotts Sammelsurium" rund ums Büro (Sie erinnern sich? Diese Buchreihe, in der zu allen erdenklichen Themen Wissenswertes und Skurrilitäten zusammengetragen waren und die vor ein paar Jahren auf jedem zweiten Gabentisch lag.)

An manchen Stellen treten diese Zusatzinfos allerdings in solch einer Dichte auf, dass ein Kapital thematisch schnell von Hölzchen auf Stöckchen kommt. Als Leser hat man dann Mühe, den Roten Faden wieder hervorzupulen. Worum sollte es hier gleich noch gehen?

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