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09.01.2007

20:48 Uhr

Das Management altert - was tun die Firmen?

Das Management altert - was tun die Firmen?

Checkliste

Die Aufgabe: Demographiefeste Personalpolitik oder Diversity Management gehört zu den großen Herausforderungen der Personalverantwortlichen. Denn es werden bereits in zehn Jahren rund 300  000 Fach- und Führungskräfte fehlen, wie das Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) herausgefunden hat. Auch im mittleren Management und an der Werkbank wird künftig qualifizierter Nachwuchs fehlen. Diese stetig wachsende Lücke lässt sich nur schließen, wenn mehr Ältere, Frauen und Ausländer gezielt gesucht und qualifiziert werden.

Das Problem: Die Unternehmen müssen jetzt umsteuern. Doch die Personalabteilungen sind nach Ansicht des Instituts zur Zukunft der Arbeit nur bedingt auf den demographischen Wandel vorbereitet. Bei der Umsetzung hapert es (siehe Grafik). Während sich die Unternehmen dem Thema Nachwuchsförderung bereits angenommen haben, lässt die Umsetzung beim Thema Ältere und Frauen noch zu wünschen übrig. Christoph Bach vom Info Institut für Organisationen stellte in einer Umfrage unter 114 Unternehmen fest, dass bei mehr als drei Viertel der befragten Firmen Lösungskonzepte zum Diversity Management fehlen. Gesundheitsmanagement, Qualifizierung und Weiterbildung für Ältere sowie Maßnahmen zur Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind die wichtigsten Themen. Dabei müssen für die verschiedenen Hierarchieebenen angepasste Modelle entwickelt werden. Eine Studie des Mannheimer Research Institute for Economics of Aging zeigt zum Beispiel, dass die Zusammenarbeit zwischen jüngeren und älteren Mitarbeitern nicht immer besser funktioniert. So schnitten in einem Werk von Daimler-Chrysler altersgemischte Teams schlechter ab, als die altershomogenen Teams.

Der Vertrag: Dass die Stahlindustrie sich besonders um das Thema demographischer Wandel kümmert, ist kein Zufall. Bereits heute sind knapp 30 Prozent der Stahlbeschäftigten älter als 50 Jahre, hat die IG Metall herausgefunden. Deshalb wurde bei der jüngsten Einigung Ende September 2006 ein Tarifvertrag „Demographischer Wandel“ vereinbart. Dieser verpflichtet die Betriebe der Stahlindustrie, Altersstrukturanalysen zu erstellen und Maßnahmen der gesundheits- und altersgerechten Gestaltung von Arbeitsbedingungen zu ergreifen.

Das Gesetz: „Bei uns wird nur nach Qualifikation, Bedarf und Persönlichkeit eingestellt“, heißt es aus den Personalabteilungen unisono. Alter, Geschlecht, Herkunft usw. dürfen bei der Einstellung keine Rolle spielen. Schließlich gilt seit Mitte August 2006 auch in Deutschland das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) . Danach darf niemand bei der Einstellung benachteiligt werden. Bei der gezielten Suche nach bestimmten Mitarbeitern können sich die Unternehmen aber auf den § 5 des AGG beziehen, wonach positive Maßnahmen erlaubt sind. Personalverantwortliche müssen den Bedarf allerdings mit Zahlen belegen.

Literaturtipps

MANFRED BECKER, ALINA SEIDEL Diversity Management Unternehmens- und Personalpolitik der Vielfalt Schäffer-Poeschel, 2006

PATRICK DA-CRUZ, MELANIE HOLZ Management alternder Belegschaften Herausforderung für die strategische Personalplanung Gabler, 2007

GÜNTHER VEDDER Diversity-orientiertes Personalmanagement Hampp, Mering, 2006

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