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29.04.2015

12:21 Uhr

Die Chef-Beraterin

Aller Anstand ausgehebelt

Die Tastatur voller Krümel, das Firmenhandy verschrammt und der Dienstwagen setzt Moos an? Stil zeigt sich auch daran, wie wir mit Dingen umgehen. Rahmengenähte Schuhe und maßgeschneiderte Anzüge helfen da auch nicht.

Sabina Wachtel schreibt jeden Mittwoch ihre Berater-Kolumne auf Handelsblatt Online. Sie ist Inhaberin von ExpertExecutive.

Die Chef-Beraterin

Sabina Wachtel schreibt jeden Mittwoch ihre Berater-Kolumne auf Handelsblatt Online. Sie ist Inhaberin von ExpertExecutive.

Wenn wir von jemanden sagen „der hat Stil“ – dann meinen wir wahrscheinlich erst mal sein Erscheinungsbild. Vielleicht meinen wir auch hochwertige Kleidung, eine hochwertige Tasche, Uhr, Schreibgerät – ganz zu schweigen von Koffer, Auto und meinetwegen Regenschirm.

Stil zeigt sich aber nicht nur im äußeren Erscheinungsbild. Leider. Rahmengenähte Schuhe allein machen noch keinen Stil. Und nur, weil jemand maßgeschneiderte Anzüge mit Manschettenknöpfen trägt, muss er noch lange keinen Stil haben. Da sind wir uns einig. Stil ist hinterlistig und zeigt sich auch in Details. Und zwar mehr, als manch einem lieb ist.
Stil zeigt sich nämlich auch darin, wie wir mit Dingen umgehen. Auch das wissen wir, und dementsprechend werden unsere Schuhe poliert, die Anzüge in die Reinigung gebracht, die Ledertaschen imprägniert, das Auto gewaschen – äh. Ja, zumindest, sofern es sich um unsere eigenen Dinge handelt. Unser Eigentum.

Denn es gibt ein merkwürdiges Phänomen: Schon mal aufgefallen? Das eigene Auto wird alle 14 Tage von innen und außen auf Hochglanz gebracht, Gartenabfälle werden generell ungern transportiert (ich versaue mir doch nicht meinen ganzen Kofferraum!), überhaupt: Vorsicht mit sperrigen Gegenständen, Kinder dürfen im Auto nicht essen (pass auf die Sitze auf!) – um nur einige Beispiele zu nennen; handelt es sich aber um einen Firmenwagen – ja, wieso denn, kein Problem. Da werden Gartenabfälle und ganze Ikea-Abteilungen ohne Probleme transportiert… Ist ja ein Firmenwagen. Und so geht’s weiter. Am eigenen Laptop wird die Schutzfolie nicht vom Display entfernt – handelt es sich aber um ein vom Unternehmen gestelltes Equipment, dann finden sich mehr Krümel unter der Tastatur als man bräuchte, um die Tauben in Frankfurt zu versorgen.

Kommentare (1)

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Herr Bernd Stadtler

29.04.2015, 17:54 Uhr

Liebe Chefberatin, im Sinne der Gleichberechtigung sollten man neben den rahmengenähten Schuhen und maßgeschneiderten Anzüge auch die Louboutins und das Kostüm nicht vergessen. Den mit Abstand ekeligsten Dienstwagen, den ich kenne, fährt eine Dame (-:

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